Wirtschaft

Trotz Maßnahmen Irlands Studie: Apples Steuertricks kosten EU Milliarden

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Apple betont, in den USA Steuern in Milliardenhöhe zu zahlen.

(Foto: dpa)

Immer noch gelingt es dem Technologiekonzern Apple durch Tricks, seine Steuerlast in der EU gering zu halten. Den EU-Staaten entgehen dadurch bis zu 21 Milliarden Euro, schätzt ein neuer Report. Damit könnte es jedoch bald vorbei sein.

Dank verschiedener Kniffe in der Buchhaltung kann sich der US-Konzern Apple in Europa offenbar weiterhin den eigentlich anstehenden Abgaben entziehen. Einer Studie zufolge gelingt es dem iPhone-Anbieter in der EU sogar, massiv Steuern zu sparen. Dabei soll es sich um Beträge in Höhe von vier bis 21 Milliarden Euro in den Jahren 2015 bis 2017 handeln. Das Unternehmen mit Sitz in Kalifornien versteuere seine europäischen Gewinne demnach nur mit zwei bis neun Prozent, heißt es.

Die Zahlen stammen aus einer Erhebung im Auftrag der Linksfraktion im Europäischen Parlament, die der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt. Die EU-Kommission hatte Apple vorgeworfen, im Jahr 2014 nur 0,005 Prozent Steuern zu zahlen. Die neuen Werte liegen deutlich darüber, sind im Vergleich aber immer noch gering: Üblich sind in Deutschland mehr als 20 Prozent. Der Konzern widerspricht: Apple zahle stattdessen Steuern in Milliardenhöhe in den USA.

Irland hatte 2015 seine Steuergesetze geändert und ein Schlupfloch geschlossen, dass Apple bis dahin großzügig genutzt hatte. Der Konzern ordnete danach seine irischen Geschäfte neu. "Unsere Studie zeigt, dass Apple nach wie vor weltmeisterlich seine Steuern drückt", sagt Martin Schirdewan von der Linkspartei, der für seine Fraktion im Steuer-Sonderausschuss des Europäischen Parlaments sitzt. Der Ausschuss beschäftigt sich mit Fragen der Steuerhinterziehung und Steuervermeidung. "Das zeigt auch, dass die von der irischen Regierung unternommenen Reformen nicht mehr als Schall und Rauch waren."

Digitalsteuer bis Ende des Jahres?

Auf EU-Ebene war zuletzt immer wieder die Einführung einer Digitalsteuer für große Internet-Unternehmen wie Amazon und Apple im Gespräch. Viele EU-Länder kritisieren, dass diese Konzerne in Europa gewaltige Umsätze und Gewinne verbuchen, aber kaum Steuern zahlen, da sie in den meisten Ländern keine besteuerbaren Firmensitze haben.

Nach dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Dienstag wurde in der "Meseberger Erklärung" festgehalten, dass Deutschland und Frankreich sich für die Einführung einer EU-weiten Digitalsteuer bis Ende dieses Jahres einsetzen wollen. Wörtlich ist von einer "fairen Digital-Besteuerung" die Rede.

Quelle: n-tv.de, kst

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