Wirtschaft

Keine "Wachstumslokomotive" mehr Studie: Autoindustrie verliert Führungsrolle

imago0101776091h.jpg

Die Bundesregierung will der Autoindustrie unter die Arme greifen. Im Gespräch sind zehn Milliarden Euro.

(Foto: imago images/Jürgen Heinrich)

Die Corona-Krise sorgt bundesweit für ökonomische Einschnitte, die Automobilbranche leidet besonders unter den Auswirkungen der Pandemie. Einer Studie zufolge erholt sich dieser Wirtschaftszweig nur langsam. Das "Herz der Industrie" gibt nicht mehr den Takt an.

Die Automobilindustrie hat laut einer Studie durch die Corona-Krise nach vielen Jahren ihre Rolle als Motor des deutschen Wirtschaftswachstums eingebüßt. Die Krise habe die Autoindustrie im Vergleich zu anderen Branchen besonders hart getroffen, heiße es in der Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), über die das "Handelsblatt" berichtet.

Zunächst seien die globalen Lieferketten in der Autobranche durch die Pandemie von einem Angebotsschock getroffen worden. "Jetzt ist die Branche mit einem Nachfrageschock konfrontiert, von dem sie sich nur langsam wieder erholt", wird die Studie zitiert. Erschwert werde die Situation dadurch, dass bereits hohe Überkapazitäten existierten und der technologische Wandel die Geschäftsergebnisse belaste.

"In der Folge steht die Autoindustrie erstmals nach einem Jahrzehnt wieder vor spürbaren Personalanpassungen und wird als Wachstumslokomotive für den Standort Deutschland zunächst ausfallen", resümieren die Forscher laut "Handelsblatt".

Am morgigen Dienstag werden Vertreter der Automobilindustrie im Kanzleramt mit der Bundesregierung und einigen Ländervertretern zum Autogipfel zusammenkommen. Die CSU forderte bereits weitere Hilfen für das "Herz der Industrie", wie CSU-Chef Markus Söder die Branche bezeichnet und will die Autoindustrie mit weiteren zehn Milliarden Euro für Batteriezellforschung und -produktion in Deutschland anschieben.

Quelle: ntv.de, mba/AFP/rts