Wirtschaft

Noch teurer als München Stuttgart hat die höchsten Mieten

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Stuttgarts Hänge sind beliebt - das macht sich auch auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar.

(Foto: imago/Arnulf Hettrich)

Der Höhenflug deutscher Mietpreise schwächt sich leicht ab. Stuttgart gelingt es dieses Jahr, München als Mietenhauptstadt noch zu überflügeln. Vor allem in den Städten im Westen zahlen Menschen überdurchschnittlich viel für ihre Bleibe. Berlin ist mietentechnisch noch immer eine geteilte Stadt.

Die Mieten in Deutschland steigen weiter, allerdings nicht so stark wie in den Vorjahren. 2019 kletterten die in den Mietspiegeln dokumentierten Vergleichsmieten um 1,8 Prozent. Das sind 0,4 Prozentpunkte weniger als 2018, wie das Forschungs- und Beratungsunternehmen für Wohnen, Immobilien und Umwelt (F+B) mitteilte. Stuttgart rückt demnach erstmals zur teuersten Stadt für Mieter auf - München landet auf dem zweiten Platz.

F+B vergleicht jährlich die amtlichen Mietpreisübersichten, die Daten spiegeln das Niveau und die Entwicklung der Wohnkosten wider, die Deutschlands Mieter im Durchschnitt zahlen müssen. Das Unternehmen untersucht dabei die Nettokaltmieten von typischen Normalwohnungen mit einer Fläche von 65 Quadratmetern, mittlerer Ausstattung und Lage in Gemeinden und Städten mit mindestens 20.000 Einwohnern, die einen Mietspiegel erstellen. 2019 waren das 351 Städte.

Im Bundesdurchschnitt müssen Mieter laut F+B aktuell 7,04 Euro pro Quadratmeter zahlen. In Stuttgart dagegen beträgt die Nettokaltmiete im Schnitt bei 10,41 Euro. Auch in München, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Köln liegen die Preise weit über dem Gesamtdurchschnitt - im Westen Berlins mit 7,32 Euro dagegen nur geringfügig. Günstiger ist die ortsübliche Vergleichsmiete laut Studie in Erfurt, im Osten Berlins, in Potsdam, Dresden und Schwerin.

Die für Mieter teuerste Gemeinde ist Karlsfeld im Landkreis Dachau in der Nachbarschaft von München, wie F+B mitteilte - die Durchschnittsmiete erreicht hier 10,86 Euro pro Quadratmeter. Im Münchner, sowie im Stuttgarter Umland liegen viele Ortschaften, in denen sehr hohe Mietpreise aufgerufen werden. "Hier zeigt sich, dass die alte Regel, dass wer günstiger wohnen möchte, ins Umland ziehen muss, nicht mehr durchgreifend gilt", erklärte F+B. Das seit Langem extrem hohe Preisniveau in den Kernstädten habe zu "kontinuierlichen Ausweichbewegungen" der Nachfrage nach Mietwohnungen in die Speckgürtel geführt.

In Berlin zeigt sich laut F+B besonders deutlich, welche Vorteile Mieter mit alten Mietverträgen gegenüber Zuzüglern und allen anderen haben, die gerade umziehen wollen oder müssen. Zwar seien die Bestandsmieten in Altbau- und Neubauwohnungen zuletzt überdurchschnittlich angestiegen. Langjährige Mieter lebten aber immer noch relativ preiswert.

Quelle: ntv.de, lwe/AFP