Wirtschaft

Überraschung für Mobilfunkriesen T-Mobile US kommt günstig an Frequenzen

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Die Telekom-Tochter T-Mobile wächst seit Jahren - und ist gut auf den Bieterwettbewerb vorbereitet.

(Foto: picture alliance / dpa)

Für die Mobilfunk-Konzerne in den USA werden die Weichen für die kommenden Jahre gestellt: Wer bietet am meisten für begehrte Mobilfunk-Frequenzen? Die Bieterschlacht könnte deutlich gemäßigter ausfallen als befürchtet.

Die Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen in den USA wird für die Telekom-Tochter T-Mobile US und die anderen Bieter wesentlich günstiger als gedacht. In der jüngsten Runde müssen die Unternehmen insgesamt nur noch gut zehn Milliarden Dollar für die neuen Handyfrequenzen auf den Tisch legen, wie auf der Auktionsseite der US-Regulierungsbehörde FCC ersichtlich war.

Begonnen hatte das Wettbieten vor neun Monaten mit Preiserwartungen von zusammen 86 Milliarden Dollar. Über den genauen Preis wird bald Klarheit herrschen, die nächste Runde beginnt noch diese Woche. Die Veranstaltung geht damit in die heiße Phase.

In den Firmenzentralen von T-Mobile US bei Seattle und der Telekom in Bonn kehrt damit Erleichterung ein. Allein der amerikanische Mobilfunker, der seit Jahren wächst und wächst, hatte zehn Milliarden Dollar auf die hohe Kante gelegt und sich auf ein ruinöses Wettbieten eingestellt, da bei ähnlichen Versteigerungen in den USA der Hammer erst bei 45 Milliarden Dollar gefallen war. Freuen dürften sich auch andere Teilnehmer wie die Platzhirsche AT&T und Verizon, die ebenfalls am Start sind.

TV-Sender erwarten weniger

Mit dem Wettbieten werden die Marktverhältnisse für Jahrzehnte zementiert, da das Frequenzspektrum für Smartphones in etwa genauso wichtig ist wie Straßen für Autos: Je mehr zur Verfügung steht, desto zügiger läuft der (Daten-)Verkehr.

Das Verfahren der Versteigerung ist komplex und der Hauptgrund für den zähen Verlauf: Zunächst mussten die Frequenzen, die überwiegend lokalen Fernsehstationen gehören, freigeschaufelt werden, indem sie der Staat in einer eigenen Auktion abkauft. Erst dann kamen die Mobilfunkunternehmen selbst zum Zug. Doch die boten von Anfang wesentlich weniger als gedacht, weshalb die TV-Sender ihre Erwartungen langsam nach unten korrigieren mussten.

Quelle: ntv.de, fma/rts