Wirtschaft

Nachfrage aus China gewachsen Taiwans Exporte florieren

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Die Exporte nach China, Taiwans größtem Handelspartner, stiegen im Juli auf gut 16 Milliarden Dollar.

(Foto: PantherMedia / Makoto Honda)

Taiwans Exporte steigen zurzeit stark. Doch das angespannte Verhältnis zu China, Taiwans größtem Handelspartner, könnte zunehmend zum Problem werden. Nicht nur deshalb warnt das Finanzministerium vor einem "hohen Maß an Unsicherheit".

Taiwans Exporte sind im Juli bereits den 25. Monat in Folge gestiegen. Sie wuchsen um 14,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 43,3 Milliarden Dollar, wie das Finanzministerium in Taipeh mitteilte. Das ist der zweithöchste Zuwachs seit Beginn der Statistik, der von der weltweit starken Nachfrage nach Technologieprodukten getrieben wurde. Die Regierung sieht gute Aussichten für die heimische Halbleiterindustrie, warnt aber zugleich vor der wachsenden Unsicherheit in der Weltwirtschaft.

Auch die Exporte nach China, Taiwans größtem Handelspartner, nahmen im Juli zu, um drei Prozent auf gut 16 Milliarden Dollar, nachdem es im Juni wegen diverser Corona-Lockdowns in der Volksrepublik noch einen Rückgang von 4,5 Prozent gegeben hatte. Das Verhältnis zwischen den beiden Nachbarn hat sich nach dem Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in der vergangenen Woche allerdings merklich eingetrübt. China hat Militärmanöver gestartet und nach Angaben der Regierung in Taipeh einen Angriff auf den Inselstaat simuliert.

Der Status Taiwans, das nur von wenigen Ländern als unabhängig anerkannt wird, ist einer der Hauptkonfliktpunkte zwischen den USA und China. Peking erachtet Taiwan als Teil seines Territoriums. Die USA unterhalten zwar wie viele andere Staaten mit Rücksicht auf die Volksrepublik China keine formalen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan. Sie unterstützen es jedoch mit militärischer Ausrüstung und sind sein wichtigster Lieferant von Rüstungsgütern.

"Hohes Maß an Unsicherheit"

Die gesamten Halbleiterexporte Taiwans zogen im Juli um 17,4 Prozent an. Viele Unternehmen gehen davon aus, dass die weltweite Chip-Knappheit zumindest für den Rest des Jahres anhalten wird. Das dürfte die Auftragsbücher der taiwanischen Halbleiterfirmen weiter füllen. Unternehmen wie TSMC, der weltgrößte Auftragsfertiger von Chips, sind wichtige Zulieferer für Apple und andere globale Tech-Konzern sowie Anbieter von Chips für Automobilhersteller und Unterhaltungselektronik der unteren Preisklasse.

Das Finanzministerium warnte vor einem "hohen Maß an Unsicherheit" für die Weltwirtschaft aufgrund des Krieges in der Ukraine und des Inflationsdrucks, selbst bei anhaltender Chip-Nachfrage. "Die Wachstumsdynamik wird allmählich zurückhaltender, was sich zwangsläufig auf die Außenhandelssituation unseres Landes auswirken wird", hieß es weiter. Dennoch dürften die Gesamtexporte in diesem Jahr die Marke von 500 Milliarden Dollar übersteigen, sagte die Ministerialbeamtin Beatrice Tsai.

Quelle: ntv.de, can/rts

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