Wirtschaft

Weiterer Streik abgewendet Tarifeinigung von Lufthansa und Verdi zum Bodenpersonal

Ein weiterer Arbeitskampf - zumindest vom Bodenpersonal - mitten in der Urlaubszeit ist vom Tisch: Die Lufthansa und die Gewerkschaft Verdi einigen sich auf eine Tariferhöhung für rund 20.000 Beschäftigte. Die Verhandlungspartner geben sich zufrieden.

Die Lufthansa und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf eine Tariferhöhung für die rund 20.000 Beschäftigten der Airline am Boden geeinigt. Es seien spürbare Gehaltssteigerungen vereinbart worden, die überproportional für die unteren Vergütungsgruppen seien. Das teilte die Lufthansa mit.

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Bei der Lufthansa kommt es damit nicht erneut zu einem Streik der Beschäftigten an Check-in oder bei der Abfertigung von Flugzeugen. Ein eintägiger Ausstand hatte in der vergangenen Woche mehr als 1000 Flugstreichungen an den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt am Main und München ausgelöst. Und das mitten in der Hauptsaison, die Reisenden wegen Störungen des Flughafenbetriebes aufgrund von Personalmangel in Europa ohnehin schon viel Geduld abverlangt.

Die Einigung sieht nach zwei Jahren Verzicht aufgrund der Corona-Krise eine Lohnerhöhung von 200 Euro im Monat ab 1. Juli 2022 vor. Ab 1. Januar 2023 steigen die Löhne um 2,5 Prozent, mindestens aber 125 Euro. Und ab 1. Juli 2023 nochmals um 2,5 Prozent. Der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 18 Monaten haben. Der Einigung müssen noch die Verdi-Mitglieder in einer Befragung zustimmen.

Verdi-Vizechefin Christine Behle sprach von einem "gutem Ergebnis". Es bedeute quer durch alle Beschäftigungsgruppen eine Erhöhung von monatlich mindestens 377 Euro bis zu 498 Euro. Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann erklärte: "Wir haben große Gehaltszuwächse vereinbart." Er betonte: "Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, mit dem Sozialpartner eine gute Lösung zu finden."

Streik-Risiko noch nicht völlig gebannt

Der Stundenlohn in den unteren Gehaltsgruppen werde ab 1. Oktober mit 13 Euro über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen. Eine Beschäftigte am Check-in verdiene damit beispielsweise 13,6 bis 18,4 Prozent mehr, je nach Betriebszugehörigkeit, erläuterte Verdi. Das Ergebnis bedeute eine Reallohnerhöhung. "Mit diesem Ergebnis, das Lufthansa als Arbeitgeber attraktiver macht, kann zudem Entlastung geschaffen werden", ergänzte Behle.

Die Lufthansa bezifferte die Steigerungen der Brutto-Grundvergütung auf 8,3 Prozent bei einem Monatsgehalt von 6500 Euro und auf 19,2 Prozent bei 2000 Euro Gehalt. Verdi kam dem Arbeitgeber bei der Vertragslaufzeit entgegen - sie beläuft sich auf 18 Monate statt der geforderten 12 Monate.

Das Risiko eines Streiks ist bei der Lufthansa unterdessen noch nicht völlig gebannt. Die Tarifverhandlungen mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit gerieten zuletzt ins Stocken, sodass die VC-Mitglieder am vergangenen Wochenende fast einmütig für Streik votierten. Die Gewerkschaft ließ aber die Tür offen, doch noch zu einer Einigung am Verhandlungstisch zu kommen und einen Ausstand zu vermeiden.

Personalchef Niggemann bekräftigte mit Blick auf die Verhandlungen mit Cockpit und Kabine den Einigungswillen des Lufthansa-Managements. Er sei zuversichtlich, auch hier gute Lösungen zu erzielen. Die Piloten fordern 5,5 Prozent mehr Geld, wozu die Lufthansa auch bereit ist. Auf der Agenda stehen aber auch Forderungen zur Struktur des Tarifvertrages. Dabei liegen die Tarifparteien noch weit auseinander. Die Gespräche gehen kommende Woche weiter.

Quelle: ntv.de, fzö/rts/AFP

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