Wirtschaft

Dow Jones schließt im Plus Tech-Werte und Airlines im Aufwind

80cf62c04ccf3bf2cd5cdc6230bcea54.jpg

Zum Start der Berichtsaison gibt es einige optimistische Signale.

(Foto: REUTERS)

Nach zwei schwachen Börsentagen in den USA stehen die Zeichen am Mittwoch auf Erholung. Nach einem trägen Handelsbeginn nehmen die Kurse immer mehr Fahrt auf. Das gilt vor allem für die Technologieaktien. Auch die Papiere von Luftfahrtgesellschaften erleben einen Höhenflug.

Mit deutlichen Kursgewinnen haben die US-Börsen den Handel am Mittwoch beendet. Neue Inflationsdaten wurden rasch abgehakt. Stattdessen konzentrierten sich die Anleger auf die gerade anlaufende Bilanzsaison, die neben einigen Enttäuschungen auch Grund zum Optimismus lieferte. Der Dow-Jones-Index gewann 1,0 Prozent. Der S&P-500 legte um 1,1 Prozent zu und der Nasdaq-Composite um 2,0 Prozent. Die zinssensitiven Technologiewerte erhielten zusätzlichen Rückenwind von den erneut etwas gesunkenen Marktzinsen.

Beobachter erklärten die steigenden Aktienkurse und die sinkenden Anleiherenditen mit der Hoffnung, dass die Inflation ihren Zenit erreicht haben könnte, auch wenn die Erzeugerpreise für März eher gegen diese Annahme sprachen. Diese legten stärker zu als von Analysten erwartet und lagen um 11,2 (Februar: 10,0) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. In der Kernrate fiel die Zunahme auf Monatssicht mit plus 1,1 Prozent sogar mehr als doppelt so stark aus wie erwartet. Zudem wurde der Vormonat leicht nach oben revidiert.

Damit wurde die US-Notenbank in ihrem geldpolitischen Kurs bestätigt, mit einer kräftigen Straffung zu versuchen, die hohe Inflation einzudämmen. Fed-Gouverneur Christopher Waller unterstrich dies, indem er sagte, dass die Notenbank auch bei nachlassendem Inflationsdruck die Zinsen anheben müsse. Er merkte aber auch an, dass die Inflation möglicherweise ihren Höhepunkt erreicht habe.

Keine neuen Entwicklungen gab es im Ukraine-Krieg. Beobachter erwarten in den kommenden Tagen wieder verstärkte russische Angriffe, vor allem im Osten der Ukraine. Erst am Vortag hatte der russische Präsident Wladimir Putin die "planmäßige" Fortsetzung des Militäreinsatzes angekündigt. Damit scheint es derzeit keine Hoffnung auf eine Verhandlungslösung zu geben. Vielmehr rücken die immer deutlicher sichtbar werdenden negativen Auswirkungen auf die globale Konjunktur in den Mittelpunkt.

Delta Airlines legen zu

In der anlaufenden US-Berichtssaison bilden die Quartalszahlen der US-Banken einen ersten Höhepunkt. Eine Enttäuschung lieferte hier JPMorgan Chase. Der Konzern hat im ersten Quartal einen niedrigeren Gewinn verbucht, als Analysten erwartet hatten. Die Aktie verlor 3,2 Prozent und war damit schwächster Dow-Wert.

Blackrock (-0,2%) hat den Überschuss dagegen im ersten Quartal um fast eine viertel Milliarde Dollar erhöht und damit die Markterwartungen übertroffen. Am Donnerstag folgen Wells Fargo, Citigroup und Goldman Sachs.

Delta Air Lines
Delta Air Lines 29,21

Delta Airlines (+6,2%) profitiert vom wieder zunehmenden Flugverkehr. Die Gesellschaft meldete für ihr erstes Quartal einen deutlich über den Erwartungen liegenden Umsatz und einen geringeren Verlust als befürchtet. Delta ist zudem optimistisch, dass das Passagieraufkommen mit den steigenden Kerosinkosten Schritt halten kann. Southwest Airlines verteuerten sich im Windschatten von Delta um 7,5 Prozent und American Airlines um 10,6 Prozent. Der Transportsektor gehörte mit plus 1,5 Prozent zu den führenden Gewinnern.

Für die Paypal-Aktie ging es 2,8 Prozent nach unten. Der US-Handelskonzern Walmart hat den Finanzvorstand des Bezahldienstleisters, John Rainey, abgeworben und mit Wirkung zum 6. Juni zum CFO bestellt. Walmart hatte im Dezember angekündigt, dass ihr derzeitiger Finanzchef Brett Biggs bis Anfang nächsten Jahres aus dem Konzern ausscheiden und den Übergang betreuen werde. Die Walmart-Aktie gewann 2,6 Prozent.

Ölpreise gehen weiter nach oben

Paypal
Paypal 73,39

Der Dollar kam im Sog der sinkenden Renditen leicht zurück. Der Dollar-Index sank um 0,4 Prozent, nachdem er im Verlauf den höchsten Stand seit 23 Jahren markiert hatte. Übergeordnet dürften jedoch die anstehenden Zinserhöhungen der US-Notenbank den Greenback stützen. Denn auch wenn die Kerninflation bei den am Vortag veröffentlichten Verbraucherpreisen im März etwas nachgelassen habe, dürfte die Fed an ihrem Kurs aggressiver Straffungen der Geldpolitik festhalten, hieß es.

Die Ölpreise legten weiter zu, obwohl die staatliche Energy Information Administration einen überraschend starken Aufbau der US-Rohölvorräte gemeldet hat. Allerdings sagte Russlands Präsident Putin, die Gespräche mit der Ukraine befänden sich in einer "Sackgasse", was die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung und die Entschärfung der Versorgungsengpässe zunichte macht. Zudem sind Chinas Öl-Importe im März im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent gesunken und damit klar hinter den Erwartungen eines Plus von 8 Prozent geblieben, da der Lockdown in Schanghai die Wirtschaft des Landes belastet hat.

Gold war ebenfalls gefragt. Beobachter verwiesen auf Konjunktursorgen als Folge der hohen Inflation, aber auch auf die gesunkenen Anleihezinsen und den etwas schwächeren Dollar.

Quelle: ntv.de, ino/DJ

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen