Wirtschaft

Geplante Fabrik in Brandenburg Tesla bekommt Gelände wohl zu Spottpreis

127258955.jpg

Im angrenzenden Gewerbegebiet Freienbrink liegt der Quadratmeterpreis deutlich höher.

(Foto: picture alliance/dpa)

In anderthalb Jahren schon will Tesla mit der Autoproduktion nahe Berlin beginnen. Ein Kaufvertrag für das Grundstück ist noch nicht unterschrieben. Doch es sieht so aus, als bekäme Firmenchef Elon Musk die 300 Hektar zu einem kleinen Preis.

Der US-Elektroautohersteller Tesla soll das 300-Hektar-Gelände für seine geplante Fabrik in Grünheide in Brandenburg für knapp 41 Millionen Euro erhalten. Das geht nach Informationen von "Bild"-Zeitung und "B.Z." aus einer Vorlage für den Landtags-Haushaltsausschuss hervor. Der Kaufpreis entspricht rund 13,50 Euro pro Quadratmeter, im angrenzenden Gewerbegebiet Freienbrink liegt der Richtwert dagegen bei 40 Euro pro Quadratmeter, im Europarc Dreilinden laut Land bei 310 Euro. Dort ist das Gelände aber bereits erschlossen. Ein Gutachten zum Grundstückswert steht allerdings noch aus.

Tesla will östlich von Berlin pro Jahr bis zu 500.000 Fahrzeuge der Typen Model 3 und Y sowie künftiger Modelle bauen. Der Start der Produktion ist für Juli 2021 vorgesehen, wie aus dem Bericht der neugegründeten Tesla Manufacturing Brandenburg zur Umweltverträglichkeit hervorgeht. Das Gelände, das Tesla kaufen will, umfasst genau 304 Hektar. Es liegt in einem Waldgebiet. In der ersten Baustufe ist zunächst geplant, nur 152 Hektar zu nutzen.

Kurz vor Weihnachten hatten sich die Landesregierung und Tesla nach Angaben der Staatskanzlei über den Kauf geeinigt. Der Tesla-Vorstand will laut Regierung bis Mitte Januar entscheiden, ob er den Vertrag billigt. Der Haushaltsausschuss des Landtags berät bereits an diesem Donnerstag über die Einwilligung - das kann er, auch wenn der Vertrag noch nicht unterschrieben ist.

*Datenschutz

Die Linksfraktion im Landtag warnte, sie werde keine Blanko-Vollmacht ausstellen. "Der Ausschuss soll den Grundstücksverkauf an Tesla auf Grundlage einer nicht nachvollziehbaren Vorlage genehmigen", kritisierte Haushaltspolitiker Ronny Kretschmer. Der Kaufpreis solle erst durch ein Wertgutachten festgelegt werden, das das Land bis Ende Januar über einen Gutachter erstellen lassen wolle. "Bisher gab es nur eine Wertermittlung durch den Landesbetrieb Forst - und deren Ergebnis liegt weit unter dem Bodenrichtwert von 40 Euro pro Quadratmeter, der offiziell für das angrenzende Güterverkehrszentrum Freienbrink angegeben wird." Auch eine Klausel zur Weiterveräußerung sei nebulös und müsse geklärt werden.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa