Wirtschaft

Sauber heizen ohne Öl und Gas Thermondo plant die Wärmepumpen-Revolution

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Bis zu sechs Millionen Wärmepumpen braucht es bis 2030, um Deutschlands Klimaziele im Gebäudesektor zu erfüllen, sagt Agora Energiewende.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Zwei Drittel der deutschen Haushalte heizen immer noch mit Gas oder Öl. Will Deutschland seine Klimaziele im Gebäudebereich erreichen, müssen laut Agora Energiewende bis 2030 sechs Millionen Wärmepumpen installiert werden. Philipp Pausder und seine Firma Thermondo wollen ihren Beitrag dazu leisten.

Spätestens seit dem Ukraine-Krieg debattieren viele Haushalte: Brauchen wir eine Wärmepumpe oder nicht? Philipp Pausder stellt sich diese Frage schon lange nicht mehr. Der frühere Basketball-Profi widmet sich mit seinem Startup Thermondo seit fast zehn Jahren dem Heizen - und will jetzt dabei helfen, Tausende Wärmepumpen in deutschen Wohnhäusern zu verbauen.

Als Thermondo gegründet wurde, spielte die allerdings noch keine Rolle. Vor zehn Jahren stand der Wechsel von alten Öl- zu neuen Gasheizungen im Fokus - der damalige Standard im Heizungsbau, erklärt Pausder im ntv-Podcast "So techt Deutschland". Denn der Wechsel habe den CO2-Ausstoß um 50 bis 55 Prozent reduziert. "Das fanden wir cool", sagt der Unternehmer. "Unser Mindset war nicht, dass wir den CO2-Ausstoß auf null reduzieren sollten."

Das gehe in der Menge nur mithilfe von Wärmepumpen, sagt Pausder, die in Deutschland allerdings rar gesät sind: Zwei Drittel der deutschen Haushalte heizen derzeit mit Gas oder Öl. Aus aktuellen Zahlen des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie geht hervor, dass sich allein im vergangenen Jahr 70 von 100 Deutschen beim Heizungskauf für Gas als Energieträger entschieden haben.

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Philipp Pausder ist Mitgründer und CEO von Thermondo.

(Foto: Patrycia Lukas)

Das muss sich bald ändern, denn Energiekrise und Bundesregierung zwingen viele Menschen zum Umrüsten. Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass ab 1. Januar 2025 "jede neu eingebaute Heizung auf Basis von 65 Prozent erneuerbarer Energien betrieben werden muss". Mit dem ersten Entlastungspaket wurden die Pläne auf 2024 vorgezogen, gleichzeitig aber auch das Wort "möglichst" ergänzt. Außerdem wird darin ein Austauschprogramm für mehr als 20 Jahre alte Gasheizungen angekündigt, was der Lobbyorganisation Agora Energiewende zufolge dazu führt, dass bis 2030 etwa sechs Millionen Wärmepumpen installiert werden müssen, wenn die Ampel ihre Klimaziele im Gebäudesektor erreichen will.

"Warum gibt es die meisten in Norwegen und Schweden?"

Wer den Umstieg wagen will, kann aus zwei Varianten wählen: Wärmepumpen arbeiten entweder mit Erdwärme oder mit Luftwärme. Wegen der nötigen Bohrungen ist die Installation der ersteren Variante aber mindestens doppelt so teuer wie die Luft-Version, die sich aber dennoch für kühlere Regionen eignet.

"Es ist ein weit verbreitetes Klischee, dass Wärmepumpen bei Kälte nicht funktionieren", sagt Themondo-Chef Pausder, der rhetorisch nachfragt: "Warum gibt es denn die meisten in Norwegen und Schweden?"

Es komme auf die Technik an, sagt der Unternehmer. Das wichtigste Bauteil einer Wärmepumpe sei der Kompressor, der die Energie aus Luft oder Erde zieht. Gute Kompressoren schaffen das seinen Angaben zufolge auch bei minus 15 Grad.

Partnerschaft mit LG

Bei Thermondo stammt das wichtige Bauteil von LG. Der südkoreanische Elektronikkonzern und das Berliner Heizunternehmen sind eine Partnerschaft eingegangen, um möglichst viele Wärmepumpen herstellen zu können. Bis zum kommenden Sommer sollen allein in Deutschland 10.000 Stück verbaut sein. Vergangenes Jahr hat die Branche bereits mit dem Einbau von 154.000 Wärmepumpen einen neuen Rekord aufgestellt. Um die Ziele der Ampel zu erreichen, müssen es mindestens 500.000 Anlagen pro Jahr werden.

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Dennoch ist Philipp Pausder überzeugt, dass Deutschland diese Ziele erreichen wird und zeitnah klimaneutral heizt. Wie, erzählt er in der neuen Folge von "So techt Deutschland".

Philipp Pausder ist verheiratet mit Verena Pausder, die auch als Gründerin aktiv ist und sich im Podcast "So techt Deutschland" ebenfalls den Fragen von Frauke Holzmeier und Andreas Laukat gestellt hat. Das Gespräch mit Philipp Pausder fand im Rahmen der RTL-Nachhaltigkeitswoche statt, die zusammen mit Vox, ntv und GEO veranstaltet wird. Schwerpunkt ist Energie, das Motto ist: Packen wir's an!

So techt Deutschland

In "So techt Deutschland" haken die ntv-Moderatoren Frauke Holzmeier und Andreas Laukat bei Gründern, Investoren, Politikern und Unternehmern nach, wie es um den Technologie-Standort Deutschland bestellt ist. Alle Folgen finden Sie in der ntv App, bei RTL+ Musik, Apple Podcasts, und Spotify. Auch bei Amazon Music und Google Podcast werden Sie fündig.

Quelle: ntv.de

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