Wirtschaft

Trump will Vorwürfen nachgehen Thiel wirft Google Verrat an US-Militär vor

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Thiel sieht sich selbst als Outsider in der eher linksliberalen amerikanischen Tech-Branche.

(Foto: picture alliance / dpa)

Als einer der wenigen vehementen Unterstützer von Präsident Trump in der US-Technologiebranche schimpft Investor Peter Thiel immer wieder auf die angeblich linken Internetkonzerne. Nun legt er noch einen drauf und wirft Google militärischen Verrat vor. Der Präsident reagiert umgehend.

In einer wilden Tirade hat Tech-Investor und Trump-Unterstützer Peter Thiel Google und seinem Mutterkonzern Alphabet Verrat an den USA vorgeworfen. Auf einer konservativen Konferenz in Washington, die der "Bedeutung des Nationalismus" gewidmet war, sagte Thiel, Googles Topmanagement müsse sich fragen lassen, ob es "vollständig von chinesischen Geheimdiensten infiltriert ist". Konkret warf er dem Unternehmen die "dem Anschein nach verräterische Entscheidung" vor, im Bereich der künstlichen Intelligenz "mit dem chinesischen Militär zusammenzuarbeiten und nicht mit dem amerikanischen".

Thiel forderte die US-Bundespolizei FBI und den Auslandsgeheimdienst CIA auf, die Google-Manager zu diesen Vorwürfen zu befragen - und zwar "nicht auf übertrieben freundliche Art und Weise". Thiel wiederholte seine Vorwürde später auch beim konservativen Fernsehsender Fox News. Trump reagierte darauf per Twitter. Er bezeichnete Thiel als "brillianten Typ" und kündigt an, seine Regierung werde "sich die Sache ansehen". Ein Google-Sprecher wies gegenüber "Bloomberg" lediglich darauf hin, dass das Unternehmen nicht mit dem chinesischen Militär zusammenarbeite. Darüberhinaus kommentierte er die Vorwürfe nicht.

*Datenschutz

 

Thiel bezog sich in seiner Rede offenbar auf zwei unterschiedliche Entscheidungen von Google beziehungsweise der auf die Entwicklung künstlicher Intelligenz spezialisierten Alphabet-Tochter Deep Mind. Letztere hatte sich nach Protesten von Mitarbeitern vergangenes Jahr dagegen entschieden, für das US-Militär zu arbeiten, was Thiel offenbar empörend findet. Zudem hatte Google zeitweise Pläne vorangetrieben, mit einer gemäß chinesischen Vorschriften zensierten Suchmaschine auf dem dortigen Markt aktiv zu werden. Dieses als Projekt "Dragonfly" bekannt gewordene Vorhaben, wurde jedoch schnell wieder begraben. Belege für seine Vorwürfe nannte Thiel nicht.

Mit seinen verschwörungstheoretischen Angriffen auf Google stößt Thiel in dasselbe Horn wie US-Präsident Donald Trump und viele seiner Anhänger. Trump selbst beklagt immer wieder, seine angebliche Benachteiligung durch die großen mutmaßlich linksliberalen Internetkonzerne. Vor wenigen Tagen hatte er dazu rechte Blogger und Verschwörungstheoretiker zu einem "Social Media Gipfel" ins Weiße Haus eingeladen und gemeinsam mit ihnen gegen eine angebliche Zensur etwa durch das Google-Videoportal Youtube und Facebook gewettert. Letzteres Netzwerk erwähnte Thiel allerdings mit keinem Wort. Bei Facebook, das mit Google unter anderem um Werbeeinnahmen konkurriert, war Thiel einst der erste große Investor und gehört bis heute dem Aufsichtsrat an.

Quelle: n-tv.de, mbo

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