Wirtschaft

Kein Deal mit Liberty Steel Thyssenkrupp bläst Verkauf des Stahlgeschäfts ab

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Thyssenkrupp will das Stahlgeschäft nun selbst auf Vordermann bringen.

(Foto: picture alliance / Laci Perenyi)

Monatelang verhandelt der einstige Industriegigant Thyssenkrupp mit dem Konkurrenten Liberty Steel über einen Verkauf der Stahlsparte. Doch beide Seiten kommen nicht zusammen. Nun beenden die Essener die Gespräche und wollen die Sparte selbst aufpolieren.

Das Stahlgeschäft von Thyssenkrupp wird nicht an Liberty Steel verkauft. Wie der Konzern mitteilte, wurden die Gespräche mit Liberty Steel über einen möglichen Erwerb von Thyssenkrupp Steel Europe beendet. "Wir haben die Tür für Verhandlungen aufgemacht, aber die Vorstellungen über Unternehmenswert und Struktur der Transaktion lagen am Ende doch weit auseinander", sagte Finanzvorstand Klaus Keysberg. "Wir haben uns daher entschieden, die Gespräche zu beenden. Das bedauern wir, denn wir haben Liberty Steel als einen ernstzunehmenden Interessenten wahrgenommen."

Nun komme es darauf an, die Zukunftsfähigkeit des Stahlgeschäfts aus eigener Kraft sicherzustellen. Daran werde mit Hochdruck gearbeitet. Liberty hatte Mitte Oktober ein nicht bindendes Angebot für Thyssenkrupp Steel Europe vorgelegt. Thyssenkrupp hatte erklärt, daneben einen Spin-Off und einen Weiterbetrieb in Eigenregie zu prüfen.

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Die Branche leidet seit Jahren unter Überkapazitäten, Billigimporten aus Fernost und immer schärfer werdenden Klimaschutzauflagen. Durch die Coronakrise kam die Schwerindustrie noch stärker unter Druck. In den vergangenen Monaten hat sich die Lage aber etwas erholt. Thyssenkrupp Steel Europe profitierte von der angezogenen Nachfrage vor allem der Automobilindustrie und höheren Stahlpreisen.

Die Verhandlungen kamen zuletzt nur schleppend voran. Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz betonte auf der Hauptversammlung Anfang des Monats, dass noch diverse Punkte gebe, die geklärt werden müssten. Kurz darauf stellte Keysberg klar, dass Thyssenkrupp eine Übernahme des Stahlgeschäfts nicht mitfinanzieren werde. Und dann war es Stahlchef Bernhard Osburg, der sagte, man sei bereit zu einer Konsolidierung, aber das Konzept müsse auch passen. Die beiden Stahlkocher hätten zusammen den zweitgrößten Branchenriesen in Europa hinter ArcelorMittal Europe geschmiedet.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/rts

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