Wirtschaft

Überleben vorerst gesichert Thyssenkrupp erhält Milliarden-KfW-Kredit

129746486.jpg

Thyssenkrupp braucht dringend Geld.

(Foto: picture alliance/dpa)

Thyssenkrupp ist finanziell ohnehin angeschlagen, durch die Corona-Krise brechen weitere Einnahmen weg. Gleichzeitig lässt der rettende Verkauf der Aufzugsparte auf sich warten. Um Zeit zu überbrücken, beantragt der Stahlkonzern einen Staatskredit.

Thyssenkrupp
Thyssenkrupp 7,43

Thyssenkrupp hat sich in der Corona-Krise umfangreiche finanzielle Unterstützung durch den Staat gesichert. Der Stahl- und Industriekonzern erhalte von der KfW Bankengruppe einen Kredit von rund einer Milliarde Euro, heißt es in Unternehmenskreisen. Ein Konzernsprecher wollte nichts zu den Verhandlungen sagen. Er erklärte, Thyssenkrupp prüfe wie andere Unternehmen, "ob und welche der von der öffentlichen Hand angebotenen Finanzierungshilfen in Betracht kommen".

Der finanziell ohnehin angeschlagene Essener Konzern leidet wie viele andere Unternehmen unter der Corona-Krise. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, durch Werksstillegungen in der Automobilbranche seien erhebliche Einnahmen weggebrochen. Ende März hatte Thyssenkrupp deshalb bereits seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr kassiert. Tausende Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit. Mit dem KfW-Kredit will das Unternehmen demnach Zeit überbrücken, bis der Verkauf der Aufzugssparte abgeschlossen ist.

Thyssenkrupp hatte seinen profitabelsten Geschäftsteil Ende Februar für 17,2 Milliarden Euro an ein Konsortium von Finanzinvestoren verkauft. Allerdings wird der Deal noch von den Kartellbehörden geprüft, so dass bisher noch kein Geld fließt. Der Erlös werde frühestens im Juni verfügbar sein, schreibt die Zeitung. Anschließend will Thyssenkrupp die Milliardensumme nutzen, um Schulden abzubauen und den Konzernumbau voranzutreiben. Das Konzept für die neue Strategie will der Vorstand dem Aufsichtsrat im Mai vorstellen.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/DJ/AFP