Wirtschaft

Nicht nur Corona belastet Top-Ökonom glaubt nicht an rasche Erholung

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Laut Berechnungen des IfW entfällt auf den Lockdown selbst nur ein Drittel des Schadens am Bruttoinlandsprodukt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Aus Sorge um den Arbeitsplatz schränken viele Menschen ihre Ausgaben ein. Firmen brechen in der Corona-Krise die Aufträge weg und sie müssen sparen. Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft glaubt deswegen nicht, dass die Wirtschaft so schnell zum Normalniveau zurückfindet.

Die deutsche Wirtschaft wird auch nach dem Ende des Lockdowns lange nicht zu alter Stärke finden, warnt Gabriel Felbermayr, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel. Die aktuellen Wirtschaftsdaten würden nicht mehr auf den erhofften V-Verlauf der Rezession hindeuten. "Wir müssen unsere Prognosen vom Beginn der Krise revidieren", sagte Felbermayr dem "Spiegel". Es sei davon auszugehen, "dass wir auch im dritten Quartal nicht zum Normalniveau zurückfinden. Dafür sind wir zu tief gefallen."

Laut Berechnungen des IfW entfällt auf den Lockdown selbst nur ein Drittel des Schadens am Bruttoinlandsprodukt. Daneben seien weitere belastende Faktoren getreten, allen voran eine rasant zunehmende Sorge vor der Zukunft. "Das Vertrauen hat einen Schock erlitten", so Felbermayr. Es seien "Zukunftsängste entstanden, die sehr viel nachhaltiger sind als die Bedrohung durch das Virus selbst".

Bürger schränken ihre Ausgaben ein, aus Sorge um den Arbeitsplatz. Weil Kunden fernblieben und Aufträge aus dem Ausland wegbrechen, strichen wiederum viele Firmen Investitionen zusammen und legten Sparprogramme auf.

Sollten zudem Globalisierung und Freihandel weiter unter Druck geraten, könnte Deutschland langfristig auf der Verliererseite stehen. Die Exporte könnten sinken, weil viele Industrieprodukte in Zukunft näher an den Absatzmärkten in Nordamerika und Asien gefertigt würden. Zugleich drohe bei vielen Dienstleistungen eine Outsourcing-Welle ins Ausland. "Das wird ein Zangenangriff auf Deutschlands Wohlstand", warnt Felbermayr.

Quelle: ntv.de, jki/DJ