Wirtschaft

Krisengipfel mit Twitter-Chef Trump beklagt Follower-Schwund

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Warum verliert Trump immer mehr Follower? Der US-Präsident ist sich sicher: Twitter ist schuld.

(Foto: REUTERS)

Für den US-Präsidenten ist nichts wichtiger als die sozialen Medien. Doch seit Kurzem verliert er immer mehr Follower. Trump wittert eine Verschwörung und stellt den Twitter-Chef zur Rede. Der hat eine ganz einfache Begründung.

"Diskriminierend" und "unfair" nennt Donald Trump Twitter auf Twitter. Der US-Präsident ist höchst unzufrieden: Seinem liebsten Kommunikationskanal folgen anscheinend immer weniger Menschen. Für den twitterwütigen Staatschef liegt die Erklärung auf der Hand: "Sie [Twitter] behandeln mich als Republikaner nicht gut." Die Plattform würde ständig Mitglieder aus seiner Followerliste löschen.

*Datenschutz

Wenn es eines gibt, das Trump nicht leiden kann, ist es zu wenig Aufmerksamkeit. Er ist überzeugt, dass er weit über 100 Millionen Follower haben könnte, wenn Twitter nicht seine "politischen Spielchen" spielen würde. Neidvoll blicke Trump auf das Profil seines Vorgängers, berichtet die US-Webseite "Daily Beast". Barack Obama zählt fast doppelt so viele Follower wie Trump, der zurzeit auf knapp 60 Millionen kommt. Unverständlich für den US-Präsidenten, wo er doch Twitter viel intensiver als Obama nutzt.

Beim Treffen im Weißen Haus soll Trump Twitter-Chef Jack Dorsey laut "Washington Post" direkt auf die vermeintliche Verschwörung angesprochen haben. Eigentlich sollte es bei dem Meeting um Drogenprävention gehen. Doch Trump habe nur Interesse an seinem Followerrückgang gezeigt, berichtet das Blatt. Twitters anti-konservative Agenda sei der Grund dafür, habe Trump Dorsey vorgeworfen.

Dorsey musste Trump daraufhin offenbar erklären, dass sein Account wie jeder andere auch Follower verliere, weil das Unternehmen regelmäßig Spam-Profile lösche. Er habe versichert, dass es Twitter lediglich darum gehe, die Plattform frei von Bots zu halten.

Trump darf ungestraft Fake News verbreiten

Es war nicht das erste Mal, dass Trump gegen Online-Netzwerke wetterte. Er wirft Twitter und anderen sozialen Medien immer wieder vor, ihn und andere Konservative zu benachteiligen. "Sie unterdrücken die Meinungen vieler Menschen des rechten Spektrums", twitterte der Präsident vergangenes Jahr. Er werde diese "Zensur" nicht zulassen und drohte Facebook, Google und Twitter mit stärkerer Regulierung. Beweise für eine angebliche "Zensur" konnte Trump allerdings nicht liefern.

Gleichzeitig steht Twitter seit Längerem auch von der Gegenseite unter Druck. Demokraten und Linke kritisieren, Trump würde mit seinen Botschaften häufig ungestraft die Regeln des Dienstes gegen Mobbing, Bedrohung und Entmenschlichung verletzen. Der US-Präsident hat wiederholt Personen und Institutionen auf Twitter beleidigt, beschimpft und bedroht. So nannte er einen ehemaligen Mitarbeiter einen "Hund", bezeichnete Journalisten als "Abschaum" und veröffentlichte ein manipuliertes Ringkampf-Video, das zeigt, wie er einen Mann mit dem Logo des US-Nachrichtensenders CNN auf dem Kopf verprügelt.

Twitter prüft nun die Einführung einer neuen Funktion zur Kennzeichnung von Posts, die zwar gegen die eigenen Regeln verstoßen, aus öffentlichem Interesse aber dennoch auf der Plattform verbleiben sollen. So könnten anstößige Tweets von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Trump mit einem Hinweis versehen werden, der erklärt, warum sie nicht gelöscht werden. Twitter sieht in den Posts von Politikern einen Nachrichtenwert, der wichtig für die öffentliche Debatte ist.

Quelle: n-tv.de

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