Wirtschaft

"Europa ist noch schlimmer" Trump bringt sich für G20 auf Temperatur

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Trump setzt die Welt per Interview nochmals über seine Positionen in Kenntnis.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Die Vorfreude vieler Staats- und Regierungschefs auf US-Präsident Trump beim G20-Gipfel dürfte nach dessen Interview nicht gestiegen sein. Bei seinem Haussender Fox macht er wortreich seinem Ärger über China, Europa, die Militärausgaben und nicht zuletzt Deutschland Luft.

Wenige Tage vor Beginn des G20-Gipfels in Japan hat US-Präsident Donald Trump in der Debatte über Handelsvereinbarungen, Zinssätze und Nato-Beiträge zum Rundumschlag ausgeholt. Dem Sender Fox Business Network sagte er, "Chinas Wirtschaft bricht zusammen, sie wollen eine Einigung". Erneut drohte er damit, alle Einfuhren aus China im Wert von mehr als 500 Milliarden US-Dollar mit Zöllen zu überziehen, sollte es kein Handelsabkommen geben. Ferner kritisierte er Vietman, das sich in Handelsfragen "noch schlimmer" als Peking verhalte. Auch die EU habe "schlimmere Handelsbarrieren als China", sagte er weiter.

Die US-Regierung erhebt bereits Zölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar. Trump droht seit Längerem damit, er könne auch alle verbleibenden Importe aus dem Land im Wert von 325 Milliarden Dollar mit Sonderzöllen belegen. Der US-Präsident sagte bei Fox, auf diese verbleibenden Importe könnten Zölle in Höhe von zehn oder 25 Prozent erhoben werden. 

"Mein Plan B mit China ist, Abermilliarden Dollar im Monat einzunehmen, und wir werden immer weniger Geschäfte mit ihnen machen", sagte Trump. "Das wäre sehr schlecht für China." Er betonte zugleich, er habe sehr gute Beziehungen zu China und zu Präsident Xi, den er einen "Freund" nannte. "Es ist möglich, dass wir einen Deal machen, aber ich bin jetzt auch sehr glücklich." Trump und Xi kommen am Rande des Gipfels der großen Wirtschaftsnationen (G20) am Freitag und Samstag in Osaka zusammen.

Berlin bezahlt Russland und USA soll sie beschützen

Auf die Frage, ob sich seine Aufmerksamkeit nun vermehrt auf Europa richte, sagte er:  "Die Europäer haben uns schlimmer ausgenutzt als die Chinesen." Europa habe die USA "sehr schlecht behandelt". Der US-Präsident erneuerte den Vorwurf, dass die Europäer ihre Währung abwerteten. "Wir haben kein Level Playing Field mehr", sagte Trump. Dabei schoss er sich einmal mehr auf Deutschland ein. Deutschland nutze die USA aus, indem es Russland "Abermilliarden Dollar für Energie" bezahle und zugleich darauf baue, von den USA beschützt zu werden. "Sie bezahlen einen potenziellen Feind." Trump kritisierte erneut die aus seiner Sicht zu geringen Verteidigungsausgaben Deutschlands. 

Nach herber Kritik an der Europäischen Zentralbank (EZB) scheint Trump doch etwas für deren Präsident, Mario Draghi, übrig zu haben. Die USA sollten lieber Draghi als Notenbankchef haben anstatt "unserer Person in der Fed", sagte er. Fed-Chef Jerome Powell leiste "schlechte Arbeit", während Länder wie China ihre Wirtschaft unterstützen würden. "Er muss die Zinsen für uns senken, um mit China zu konkurrieren." Auch andere Länder würden ihrer Wirtschaft unter die Arme greifen. Werteten diese ihre Währungen ab und die USA könne dies nicht tun, würden für die USA nicht mehr länger die gleichen Bedingungen gelten.

Er glaube, er habe das Recht, Powell zu feuern oder zu degradieren, sagte Trump. Er fügte allerdings hinzu: "Ich habe niemals nahegelegt, dass ich das tun werde." Powell hatte am Vortag bei einer Veranstaltung in New York betont, er werde sich bei einer Entscheidung über eine Zinssenkung nicht vom Weißen Haus hineinreden lassen. Die Fed sei immun gegen kurzfristigen politischen Druck.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/AFP/dpa

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