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Samstag, 03. März 2018

EU-Vergeltung hätte Konsequenzen: Trump droht mit Importzöllen auf Autos

Der US-Präsident setzt sein "America First"- Prinzip rigoros um. Nach seiner Ankündigung Schutzzölle auf Stahl und Aluminium zu erheben, kündigen zahlreiche Staaten Vergeltungsmaßnahmen an. Das lässt Donald Trump nicht auf sich sitzen.

US-Präsident Donald Trump hat der Europäischen Union im Extremfall mit Importzöllen auf europäische Autos gedroht. Wenn die Europäer als Antwort auf die von ihm angekündigten Strafzölle auf Stahl und Aluminium nun auch ihre "schon massiven" Zölle weiter anheben würden, dann "werden wir einfach eine Steuer auf ihre Fahrzeuge erheben, die frei in unser Land strömen", schrieb Trump am Samstag auf Twitter.

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Setzt Trump diese Drohung um, wären vor allem die großen deutschen Automobilunternehmen betroffen. Zuvor hatte Trumps Ankündigung von Strafzöllen auf Stahlimporte aus dem Ausland bereits zu einer heftigen Diskussion über den wirtschaftlichen Sinn der Maßnahme geführt. Volkswirte und Wirtschaftsführer meldeten sich in den USA zu Wort und erklärten, die Zölle könnten zum Bumerang für Trumps "America First"-Agenda werden.

International hagelte es schwere Kritik. Die EU und zahlreiche Wirtschaftsnationen wie Brasilien und Kanada kündigten Vergeltungsmaßnahmen an. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker betonte, er könne sich im Gegenzug Einfuhrzölle auf Whisky, Jeans und Motorräder aus den USA vorstellen.

Stahlmarkt leidet schon jetzt

Mit der Ankündigung von Strafzöllen auf alle Stahlimporte in Höhe von 25 Prozent will Trump die heimische Industrie abschirmen. Auf Aluminium-Einfuhren sollen zehn Prozent erhoben werden. Damit werden Importe in die USA teurer. Der Stahlmarkt weltweit leidet unter Überkapazitäten und Preisverfall. Hauptverursacher ist China. Die Führung in Peking forderte Washington zur Zurückhaltung auf und mahnte, sich an Handelsregeln zu halten. Die Welthandelsorganisation WTO zeigte sich besorgt. Aus Sicht der deutschen Wirtschaftsvereinigung Stahl verstößt der Schritt gegen WTO-Regeln.

Aus Furcht vor schweren, weltweiten Handelsauseinandersetzungen setzten die Börsen am Freitag ihre Talfahrt fort. US-Handelsminister Wilbur Ross, einer der geistigen Väter der Zollentscheidung, bezeichnete die Marktbewegung als "Überreaktion". Die USA importieren nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums derzeit Stahl im Wert von 24 Milliarden Dollar und sind damit der weltgrößte Importeur. 4 Prozent kommen demnach aus Deutschland. Den Löwenanteil bestreiten Länder wie Kanada, Brasilien, Mexiko und Südkorea.

Mit seinen Maßnahmen will Trump die schwächelnde heimische Industrie wieder aufpäppeln. Allein im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Stahlarbeiter-Gewerkschaft USW 9000 Jobs in der Branche gestrichen. Seit 2000 sank die Beschäftigung um 35 Prozent.

Quelle: n-tv.de