Wirtschaft

Mit Ma im goldenen Fahrstuhl Trump geht auf Kuschelkurs mit Alibaba

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Donald Trump zeigte große Begeisterung für Jack Ma.

(Foto: AP)

Bisher scheint es, als würden sich die Beziehungen zwischen den USA und China unter dem künftigen US-Präsidenten verschlechtern. Nach einem Treffen mit Alibaba-Gründer Ma schlägt Trump sanftere Töne an: Gemeinsam wolle man großartige Dinge tun.

Als sich die Türen des goldenen Fahrstuhls im New Yorker Trump Tower öffnen, treten zwei politische und wirtschaftliche Schwergewichte heraus. Der eine ist kräftig gebaut, berühmt für seine blonde Haartolle und wird demnächst der 45. Präsident der USA. Der andere ist klein und schmächtig, besitzt eine gigantische Online-Handelsplattform und soll nach dem Wunsch einiger Landsleute in den kommenden Jahren Präsident der Volksrepublik China werden.

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Die Rede ist von Immobilienunternehmer und Politiker Donald Trump und Alibaba-Gründer Jack Ma. Zuvor sprachen die beiden Männer etwa eine halbe Stunde miteinander, anschließend treten sie vor die Presse und verkünden das Ergebnis ihrer Beratung: "Jack und ich werden einige großartige Dinge tun", lautet Trumps Fazit. Und Ma erklärt: "Ich liebe China und ich liebe Amerika." Dabei schüttelt er unablässig die Hand des Republikaners, während dieser ihn als "großen, großen Unternehmer, einen der besten der Welt" würdigt.

Große Pläne für US-Jobmarkt

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Konkrete Fragen der Pressevertreter beantwortet Trump hingegen nicht. Diese Aufgabe übernimmt Ma, nachdem Trump nur wenige Sekunden nach seinem Auftauchen wieder hinter den goldenen Fahrstuhltüren verschwindet. Was der Alibaba-Chef dann verkündet, klingt nach einem wahnwitzigen Vorhaben.

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Ma plant, in den kommenden fünf Jahren eine Million Arbeitsplätze in den USA zu schaffen. Dafür setzt er vor allem auf kleinere und mittelständische US-Unternehmen aus dem Mittleren Westen. Der Online-Riese Alibaba will hierzu für US-amerikanische Produkte eine Million Verkaufsplätze auf seiner Plattform für den chinesischen Markt schaffen. Wenn die entsprechenden US-Firmen je einen Mitarbeiter einstellen, der sich allein um die möglichen Bestellungen kümmert, die durch Alibaba reinkommen sollen, wären eine Million Arbeitsplätze geschaffen.

Das Prinzip klingt ebenso simpel, wie es ist. Geht es nach Ma, sollen hauptsächlich US-amerikanische Textil- und Agrarunternehmen von seinen Plänen profitieren. So sollen neben Wein vor allem Früchte mithilfe von Alibaba aus den USA nach China importiert werden.

Kehrtwende in China-Politik

Die Annäherung an China kommt überraschend, da Trump die Handelsbeziehungen mit dem bevölkerungsreichsten Land der Welt vor einiger Zeit noch scharf kritisiert hatte. So warf er den Chinesen vor, ihre Währung zu manipulieren und den US-Amerikanern Arbeitsplätze zu nehmen. Zudem plante er die Einführung von Strafzöllen in Höhe von 45 Prozent für den Import von Produkten aus der Volksrepublik in die USA.

Wenn es jedoch um US-Exporte nach China geht, sieht Trump die Sache offenbar anders. Ma erklärt die geplanten Handelsbeziehungen so: "Chinesische Konsumenten werden die amerikanischen Produkte kaufen können, die sie wollen. Das wird dabei helfen, Jobs für Amerikaner zu schaffen und US-Exporte zu steigern." Der Alibaba-Gründer dürfte dabei aber auch sein eigenes Unternehmen im Blick haben, das den US-Markt erobern und Konkurrent Amazon rausdrängen will.

Das könnte auch Trump gefallen, der schon zu Beginn seines Wahlkampfes gegen den Online-Versandgiganten in den Krieg zog. Er warf Amazon nicht nur unzureichende Steuerzahlungen, sondern auch ein "riesiges Kartellrechtsproblem" vor, so Trump zu Fox News. Zudem missbilligt er Amazon-Chef Jeff Bezos, der 2013 die "Washington Post" kaufte und sie nach Aussage Trumps lediglich als Spielzeug halte. Im US-Wahlkampf äußerte sich die Zeitung kritisch zu dem Republikaner. Das könnte ein Grund mehr sein, dem Unternehmen den US-amerikanischen Markt zu verbauen und Alibabas Position zu stärken.

 

Quelle: n-tv.de

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