Verkaufsverbot in den USATrump nimmt Kanadas Bombardier-Flugzeuge ins Visier

Donald Trump verschärft den Wirtschaftskonflikt mit Kanada: Der US-Präsident droht dem Flugzeugbauer Bombardier mit einem Verkaufsverbot. Zugleich setzt Ottawa milliardenschwere Gegenzölle auf US-Produkte in Kraft.
US-Präsident Donald Trump will dem kanadischen Flugzeugbauer Bombardier den Vertrieb seiner Maschinen in den USA untersagen, sofern das Unternehmen nicht im Land produziert. "Kein Verkauf von Bombardier mehr in den Vereinigten Staaten! Ihre Produkte sind nicht gut genug!", erklärte Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. Wenn der Konzern den US-Markt wolle, müsse er auch dort fertigen und aufhören, Amerika wie ein "Sparschwein" zu behandeln. Eine Stellungnahme von Bombardier lag zunächst nicht vor.
Flugzeugimporte aus Kanada hat Trump schon länger im Blick. Anfang des Jahres drohte er gar mit einem Strafzoll. Er stieß sich damals daran, wie Kanada mit dem US-Hersteller von Geschäftsflugzeugen, Gulfstream, umgegangen sei. Seinen damaligen Worten zufolge habe das Nachbarland mehreren Modellen des Bombardier-Konkurrenten keine Betriebsgenehmigungen erteilt.
Im Zollstreit zwischen den USA und dem Nachbarland ist weiterhin kein Ende in Sicht. Das kanadische Finanzministerium bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass in der Nacht zu Dienstag (8. September, 00.01 Uhr Ortszeit) Gegenzölle auf US-Importe in Kraft treten werden.
Betroffen sind nach früheren Angaben aus Kanada Produkte aus den Bereichen Stahl und Aluminium, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Ausrüstung, Zellstoff und Papier sowie Elektronik. Die Zölle sollen bei bis zu 50 Prozent auf Importe aus den Vereinigten Staaten im Wert von 27,6 Milliarden Dollar liegen.
Handelsgespräche zwischen den USA und Kanada waren zuletzt gescheitert. Die USA hatten danach im August Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar verhängt - darunter etwa Hockeyschläger, Möbel, Honig und Wein. Kanada legt daraufhin nun nach.
