Wirtschaft

Fannie Mae und Freddie Mac Trump will Hypothekenbanken privatisieren

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Kreditfinanziertes Wohneigentum ist Teil des American Way of Life und damit Kernthema der US-Politik.

(Foto: REUTERS)

Im Zuge der Finanzkrise geraten mit den Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac zwei der wichtigsten Akteure auf dem US-Immobilienmarkt ins Schlingern. Der Staat verstaatlicht beide Banken. Elf Jahre später lässt US-Präsident Trump überraschend eine Privatisierung prüfen.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump erwägt eine Reprivatisierung der staatlich geförderten Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac. Die Ankündigung stellt eine Abkehr von den über Jahre gemachten Versprechen der beiden großen US-Parteien dar, die beiden Unternehmen ganz aufzulösen. Auf Fannie Mae und Freddie Mac entfällt in etwa die Hälfte des US-Hypothekenmarktes. Das Vorhaben bedarf nicht der Zustimmung des US-Kongresses.

Laut Finanzministerium soll durch eine Privatisierung die Aufnahme eines Hypothekenkredits nicht schwieriger oder teurer werden. In einem Bericht wurden jedoch keine spezifischen Empfehlungen gegeben, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Gemeinsam mit Bundesbehörden soll vielmehr ein Weg ausgearbeitet werden, um die beiden Unternehmen auf eine solidere finanzielle Basis zu stellen und ihre Bedeutung für die Immobilienfinanzierung einzuschränken. Dies könnte Jahre dauern und habe keinen Einfluss auf laufende Hypothekenkredite, hieß es.

Regierung will weiter helfen

Fannie Mae und Freddie Mac vergeben selbst keine Kredite, vielmehr kaufen sie diese von Kreditgebern auf und reichen sie in verbriefter Form an Investoren auf dem Kapitalmarkt weiter. Eine Umgestaltung beider Unternehmen würde ein bisher nicht geschlossenes Kapitel der Finanzkrise schließen.

Die US-Regierung hatte 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise beide verstaatlicht, aus Angst, eine Pleite würde zu einem breiteren Zusammenbruch des Immobilienmarktes in den USA führen. Dem Bericht zufolge hat die US-Regierung jedoch nicht vor, ihre Unterstützung ganz einzustellen. Angedacht sei die Bereitstellung einer Kreditlinie für Notfälle gegen die Zahlung einer Gebühr.

Beliebte Festzinshypothek bleibt

Auch wenn die US-Regierung einer Privatisierung oberste Priorität einräumt, dürften sich Schritte zur schnellen Einschränkung der Rolle des Staates negativ auf den Immobilienmarkt auswirken. Das Finanzministerium spielt die Bedenken jedoch herunter: Eine Privatisierung würde nur langsam und in kleinen Schritten erfolgen, sodass das Angebot der beliebten Festzinshypotheken mit einer Laufzeit über 30 Jahren gewährleistet bleibt. Diese Kredite werden durch Fannie Mae und Freddie Mac gewährleistet.

Ungelöst bleibt indessen die Frage, was genau mit der hohen Staatsbeteiligung geschehen soll und wie die Kapitalbasis ausgestaltet werden soll, damit beide als private Unternehmen agieren können.

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Quelle: n-tv.de, shu/DJ

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