Wirtschaft

Übernahme wird erschwert Twitter geht mit "Giftpille" gegen Musk vor

9faff3c73a6b72202d5d4167ff56eb38.jpg

Elon Musk ist sich nach eigenen Angaben selbst nicht so sicher, ob das mit der Twitter-Übernahme klappen kann.

(Foto: REUTERS)

Der Verwaltungsrat von Twitter sieht sich zu Gegenmaßnahmen genötigt. Wegen der Übernahmepläne von Tesla-Chef Elon Musk verabschiedet das Gremium einen Plan, der es dem Multimilliardär erschweren soll, die Kontrolle über das Unternehmen zu bekommen.

Twitter greift zu Gegenmaßnahmen, um sich gegen eine Übernahme durch Tech-Milliardär Elon Musk zu wehren. Der Plan sieht vor, dass andere Aktionäre zusätzlich Anteile günstig kaufen können, wenn ein Aufkäufer die Marke von 15 Prozent überschreitet. Der Schritt ist eine klassische "Giftpille", zu der von Übernahmen bedrohte Firmen oft greifen. Die Maßnahme solle für ein Jahr gelten, teilte der Verwaltungsrat mit.

Auch ist vorgesehen, dass bei der möglichen Übernahme des Unternehmens durch den großangelegten Aufkauf von Aktien der Käufer eine sogenannte Kontrollprämie an die übrigen Aktionäre zahlen muss. Dabei handelt es sich um einen Beitrag, der über dem Marktwert der Aktien liegt. Der verabschiedete Plan werde die Wahrscheinlichkeit reduzieren, dass "irgendeine Institution, Person oder Gruppe" durch den Erwerb von Aktien auf dem freien Markt die Kontrolle über das Unternehmen gewinne, ohne dass allen Anteilseignern eine "angemessene Kontrollprämie" gezahlt werde, erklärte Twitter. Namen nannte das Unternehmen zwar nicht, doch die Maßnahmen richten sich zweifellos gegen Musk.

Twitter
Twitter 37,59

Der reichste Mensch des Planeten hatte am Donnerstag ein Angebot an alle Twitter-Aktionäre bekannt gegeben, Anteile zum Preis von 54,20 Dollar zu übernehmen und die Online-Plattform anschließend von der Börse zu nehmen. Twitter wird damit mit rund 43 Milliarden Dollar bewertet. Der Chef des Elektroautobauers Tesla kaufte sich in den vergangenen Wochen bereits eine Beteiligung von 9,2 Prozent zusammen.

Die Anleger an der Börse glauben nicht, dass Musk ans Ziel kommt: Im New Yorker Handel sank der Kurs der Aktie zur Tagesmitte um rund 1,7 Prozent an die Marke von 45 Dollar. Wenige Stunden nach Bekanntgabe seiner Pläne für die Twitter-Übernahme räumte auch der Star-Unternehmer selbst ein, er sei sich "nicht sicher", ob ihm dies gelingen werde. Für den Fall, dass sein Angebot scheitere, habe er jedoch einen "Plan B", sagte der 50-jährige Multimilliardär bei der Konferenz "Ted2022" im westkanadischen Vancouver. Näher zu diesem "Plan B" äußerte er sich nicht.

"Twitter hat außergewöhnliches Potenzial"

Mehr zum Thema

In einer Pflichtmitteilung an die US-Börse vom Mittwoch schrieb Musk, ursprünglich habe er sich für einen Einstieg bei Twitter entschieden, weil er an das Potenzial des Unternehmens glaube, "eine Plattform für freie Meinungsäußerung auf der ganzen Welt" zu sein. Seitdem er sich an Twitter beteiligt habe, sei er jedoch zu dem Schluss gekommen, dass sich "das Unternehmen in seiner aktuellen Form weder fortentwickeln noch seiner gesellschaftlichen Rolle gerecht" werde. "Twitter hat außergewöhnliches Potenzial", schrieb Musk. "Ich werde es freisetzen." Später ergänzte der Unternehmer bei der Konferenz in Vancouver, es gebe ihm mit seinem Übernahmeplan für Twitter nicht darum, "Geld zu machen".

Musk, mit 81,6 Millionen Followern selbst ein eifriger Nutzer des Onlinedienstes, ist schon lange als Kritiker von Twitter bekannt. Der laut dem Magazin "Forbes" mit einem Vermögen von derzeit 267 Milliarden Dollar reichste Mensch der Welt hat der Plattform wiederholt vorgeworfen, die freie Meinungsäußerung einzuschränken. Zuletzt sorgte der für Provokationen bekannte Musk für Aufsehen, als er seine Follower fragte, ob Twitter "stirbt". Er verwies dabei darauf, dass viele Prominente mit Millionen von Followern wie der Sänger Justin Bieber sich nur vergleichsweise selten auf der Plattform zu Wort melden.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen