Meta-Aktie legt kräftig zu US-Anleger halten sich zurück

Kommt eine Zinserhöhung oder nicht? Die US-Anleger hören genau hin, wenn der neue Fed-Chef spricht, doch der lässt sich nicht in die Karten blicken. Vor dem langen Wochenende bleiben die Händler deshalb lieber vorsichtig.
Die US-Börsen haben am Mittwoch mit leichten Verlusten geschlossen. Abgaben bei Technologieaktien belasteten den Markt, während Kursgewinne bei Meta sowie Aussagen von US-Notenbankchef Kevin Warsh die Kurse stützten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel minimal auf 52.316 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 büßte 0,2 Prozent ein und schloss bei 7485 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 0,7 Prozent auf 26.044 Punkte nach.
Warsh erklärte auf einem Symposium der Europäischen Zentralbank in Portugal, die Inflationsrisiken hätten sich zuletzt abgeschwächt. Er werde jedoch - trotz der Forderung von US-Präsident Donald Trump nach Zinssenkungen - strikt am Inflationsziel der Fed von zwei Prozent festhalten und all jene enttäuschen, die eine lockere Geldpolitik erwarteten. Ob die Fed bei ihrer nächsten Sitzung die Zinsen anheben wird, wollte er nicht sagen. Die bevorstehenden Beratungen nannte er einen "guten Familienstreit". Nach den Äußerungen schraubten Händler ihre Erwartungen an Zinserhöhungen leicht zurück. LSEG-Daten zufolge rechnen sie in diesem Jahr jedoch weiterhin mit mindestens einer Anhebung.
Vor dem langen Wochenende und dem am Donnerstag anstehenden Arbeitsmarktbericht blieben die Anleger vorsichtig. Der US-Unabhängigkeitstag fällt auf einen Samstag, deshalb bleiben die Märkte am Freitag geschlossen. Zudem behielten die Investoren die indirekten Gespräche zwischen den USA und dem Iran über die Straße von Hormus im Blick. Konjunkturdaten des Institute for Supply Management (ISM) zeigten zudem, dass sich das Wachstum der US-Industrie im Juni verlangsamt hat, aber solide blieb. Zuvor hatten S&P 500 und Nasdaq die größten Quartalsgewinne seit 2020 verzeichnet, während der Dow das beste Quartal seit 2022 markierte.
Metas Cloud-Pläne lassen Aktie steigen
Bei den Einzelwerten stachen die Aktien von Meta mit Kursgewinnen hervor. Sie sprangen um 8,8 Prozent in die Höhe, nachdem Bloomberg berichtet hatte, dass das Unternehmen ein Cloud-Geschäft aufbaut, um seine überschüssige KI-Rechenleistung zu verkaufen. Dies dürfte der Aktie weiter Auftrieb geben, sagte Tim Ghriskey, Stratege beim Vermögensverwalter Ingalls & Snyder. Die Papiere hätten sich im bisherigen Jahresverlauf schlechter entwickelt als andere große Technologiewerte.
Die Aktien von Getty Images und Shutterstock fielen beide. Getty hatte mitgeteilt, die Fusion beenden zu wollen, nachdem eine britische Kartellbehörde erklärt hatte, Shutterstock müsse sein redaktionelles Geschäft verkaufen.
Die Aktie von General Mills stieg um 8,5 Prozent. Laut dem Cheerios-Hersteller zahlt sich die Senkung der Grundpreise nach einem Jahr nun aus. Nike legte um 4,9 Prozent zu, trotz eines nach eigenen Angaben zunehmend schwierigen operativen Umfelds und einer anhaltenden Absatzschwäche in China.
Constellation Brands verlor 1,6 Prozent. Der neue Vorstandsvorsitzende sagte, der Bierkonsum zeige erste Anzeichen einer Erholung, angetrieben durch die FIFA-Weltmeisterschaft und die Meisterschaft der New York Knicks.
Mehr zum heutigen Börsengeschehen können Sie hier nachlesen.