Wirtschaft

Verwirrung um Trumps Fed-KursUS-Börsen schleppen sich ins lange Wochenende

16.01.2026, 23:53 Uhr
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Vor dem langen Wochenende wollten die Anleger keine großen Risiken eingehen. (Foto: REUTERS)

An der Wall Street setzt sich zum Ende der Woche die Vorsicht durch: Die Börse schließt mit leichten Verlusten. Für Unsicherheit sorgen unter anderem Trumps Äußerungen über den möglichen Nachfolger von Fed-Chef Powell.

Die Wall Street hat vor einem langen Wochenende in den USA leicht schwächer geschlossen. Der US-Standardwerteindex Dow Jones verlor 0,2 Prozent auf 49.359 Punkte. Kaum verändert notierten dagegen der technologielastige Nasdaq mit 23.515 Zählern und der breit gefasste S&P 500 mit bei 6940 Punkten. Auch im Wochenverlauf gab es leichte Verluste: Beim S&P 0,4 Prozent, beim Nasdaq knapp 0,7 Prozent und beim Dow minus 0,3 Prozent. Am Montag wird in den USA der Martin Luther King Day gefeiert, die Börsen bleiben geschlossen.

Zu den weiteren Aussichten sagte die Expertin Linh Tran: "Das plausibelste Szenario bleibt eine Seitwärtsbewegung mit einer vorsichtigen Aufwärtstendenz. Ein weiterer Aufwärtstrend wird wahrscheinlich eher von einem echten Wachstum der Unternehmensgewinne abhängen", so die Market Analystin bei XS.com. Die Berichtssaison wird nächste Woche mit Bilanzen von Netflix, Johnson & Johnson und Intel an Fahrt gewinnen.

Für Verunsicherung an den Märkten sorgte die Debatte über die Unabhängigkeit der Federal Reserve. US-Präsident Donald Trump steht dem Notenbank-Chef Jerome Powell auf Kriegsfuß, weil dieser seinem Drängen auf eine lockerere Geldpolitik nicht nachgibt. Das Justizministerium hat gegen ihn eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet, die Amtszeit der 72-Jährigen endet aber ohnehin im Mai dieses Jahres. Als möglichen Nachfolger hatte Trump den Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Kevin Hassett, ins Spiel gebracht. Doch nun rudert der Präsident zurück und deutete an, er wolle ihn möglicherweise in seiner derzeitigen Funktion behalten. Die Aussicht auf dauerhaft niedrige Zinsen sehen die Anleger damit etwas schwinden. Der Fed-Vorsitzende wird vom Präsidenten nominiert und muss vom Senat bestätigt werden.

Sorgenvoll blicken Anleger auch auf die Unruhen im Iran. Sie fürchten einen Militärschlag der USA, sollte die Führung in Teheran die Proteste weiter gewaltsam niederschlagen. Trump hat diese Option nicht ganz ausgeschlossen.

Chipwerte sind gefragt

Vor dem langen Wochenende setzten Anleger auf die von Künstlicher Intelligenz (KI) getriebene Chip-Nachfrage und packten sich Halbleiterwerte in die Depots. Die Aktien von Seagate Technology stiegen um 1,9 Prozent. Bei Micron sorgte ein Aktienerwerb eines Managers für zusätzlichen Auftrieb. Die Papiere gewannen 7,8 Prozent.

Ansonsten kamen die Expansionspläne von Worthington Steel gut an. Die Aktien verteuerten sich zeitweise um mehr als zwölf Prozent, schlossen dann 3,4 Prozent im Plus. Der Konzern will den deutschen Stahl- und Metallverarbeiter Klöckner & Co übernehmen.

Das schnell wachsende Geschäft mit Abnehmmitteln machte zudem den dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk bei Anlegern beliebt. Die Papiere notierten 9,1 Prozent fester. Grund dafür sind dem Sydbank-Analysten Sören Löntoft Hansen zufolge vielversprechende erste Verschreibungszahlen für die Tablettenversion seiner erfolgreichen Abnehmspitze Wegovy in den USA. Ein Nachfrageeinbruch im nordamerikanischen Markt setzte hingegen dem Düngemittelhersteller Mosaic zu. Die Aktien rutschten um 4,5 Prozent ab. Pläne über eine Vereinbarung des Weißen Hauses zur Senkung der Strompreise setzten zudem den Papieren von Stromerzeugern zu.

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Quelle: ntv.de, ino/rts

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