Wirtschaft

Energiepreise und Nachholeffekte US-Inflation weiter oberhalb von fünf Prozent

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Die US-Notenbank stützt die Wirtschaft mit monatlich120 Milliarden Dollar.

(Foto: imago images/Xinhua)

In den USA hat die Teuerungrate im Juli nicht weiter angezogen. Auf Jahressicht bleibt aber ein Plus von mehr als fünf Prozent. Noch immer wirken nach Ansicht von Experten pandemiebedingte Faktoren - und das wird noch eine Weile so weitergehen.

Die Inflation in den USA bleibt überraschend auf hohem Niveau. Waren und Dienstleistungen kosteten im Juli 5,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Experten hatten mit einem leichten Rückgang auf 5,3 Prozent gerechnet, nachdem die Teuerungsrate im Juni kräftig auf 5,4 Prozent geklettert war. Einen ähnlich hohen Wert gab es zuletzt im August 2008. Vor allem Energiepreise und coronabedingte Nachholeffekte sorgen derzeit für anhaltenden Inflationsdruck.

Bernd Kampen von der NordLB verwies auf Energiepreise, Transportkosten, Lieferengpässe bei technischen Produkten und Rohstoffen, ein 'Entladen' von Konsumwünschen sowie teilweise auch Lohnzuwächse als Gründe für den anhaltenden Auftrieb. Dabei könne nicht seriös beantwortet werden, "ob der Inflationsschub ein nur temporäres Phänomen ist, wie die Fed annimmt".

Es sei erfreulich, dass sich die Teuerung nicht weiter beschleunigt habe, sagte Analyst Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe. "Der Inflationsbuckel bleibt vorerst bestehen, da vor allem pandemieseitige Preisauftriebskräfte nahezu ungebrochen sind." Deutlich tiefere Raten seien erst ab Frühjahr 2022 zu erwarten. "Geduld bleibt eine wichtige Tugend der Geldpolitik."

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US-Finanzministerin Janet Yellen geht davon aus, dass sich die Inflation bis Ende 2021 abschwächt. Sie rechne damit, dass die monatlichen Inflationsraten bis dahin auf ein Niveau sinken würden, das mit der Preisstabilitäts-Interpretation der US-Notenbank (Fed) vereinbar sei, sagte Yellen jüngst.

Auch die US-Notenbanker um Fed-Chef Jerome Powell rechnen damit, dass die hohe Inflation ein vorübergehendes Phänomen bleibt. Die Federal Reserve stützt die Wirtschaft weiter mit monatlichen Geldspritzen von 120 Milliarden Dollar. Sie will an den Anleihekäufen festhalten, bis substanzielle Fortschritte bei der Preisstabilität und der Arbeitslosigkeit erreicht sind.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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