Wirtschaft

Höchster Wert seit 1993 Inflation meldet sich mit Wucht zurück

250508204.jpg

Ökonomen halten die hohe Inflationsrate bislang weitgehend für ein vorübergehendes Phänomen. 

(Foto: picture alliance / ZB)

Lebensmittel, Heizöl, Sprit: Die Preise steigen immer weiter. Eine höhere Inflationsrate als diesen Juli hat es das letzte Mal vor fast 30 Jahren gegeben. Ein gewichtiger Grund für den aktuellen Anstieg ist ein sogenannter Basiseffekt.

Das Leben in Deutschland hat sich im Juli kräftig verteuert. Angeheizt vor allem von höheren Energiepreisen sprang die Inflationsrate auf den höchsten Stand seit fast 30 Jahren. Die Verbraucherpreise lagen im Juli um 3,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Einen höheren Wert hatten die Statistiker zuletzt im Dezember 1993 mit damals 4,3 Prozent ermittelt. Im Juni 2021 hatte die Inflationsrate noch bei 2,3 Prozent gelegen. Der Anstieg der Energiepreise (plus 11,6 Prozent) heizte die Inflation auch im Juli an. Mit Ausbruch der Corona-Krise waren die Rohölpreise im vergangenen Jahr wegen geringer Nachfrage auf dem Weltmarkt eingebrochen. Seither haben sie sich erholt.

Zudem sind in Deutschland seit Januar 25 Euro je Tonne Kohlendioxid (CO2) fällig, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht. Vor allem Heizöl (plus 53,6 Prozent) und Sprit (plus 24,7 Prozent) verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich. Ohne Berücksichtigung der Energieprodukte hätte die Inflationsrate den Angaben zufolge im Juli 2021 bei 2,9 Prozent gelegen. Für Lebensmittel mussten Verbraucher im Juli 4,3 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor.

Grund für Anstieg: Basiseffekt

Ein gewichtiger Grund für den aktuellen Anstieg ist ein sogenannter Basiseffekt: Um den Konsum in der Corona-Krise anzukurbeln, hatte der Bund die Mehrwertsteuer befristet vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 gesenkt. "Der im Juli 2021 sprunghaft einsetzende Basiseffekt war zu erwarten, da die Weitergabe der Steuererleichterung an Verbraucherinnen und Verbraucher vor einem Jahr bei vielen Gütern zu sinkenden Preisen geführt hatte", sagte der Leiter des Referats Verbraucherpreise im Statistischen Bundesamt, Christoph-Martin Mai.

Seit Januar 2021 gelten wieder die regulären Mehrwertsteuersätze, Waren und Dienstleistungen werden also tendenziell wieder teuer. Die Teuerung dürfte in den nächsten Monaten weiter anziehen. Ökonomen halten das bislang weitgehend für ein vorübergehendes Phänomen.

Quelle: ntv.de, law/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen