Wirtschaft

"Profit über das Leben gestellt" US-Konzern Johnson & Johnson vor Gericht

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Johnson & Johnson hat schon Probleme wegen eines Babypuders und wegen seines Corona-Impfstoffs und ist nun im Zusammenhang mit der Opioid-Krise in den USA angeklagt.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Johnson & Johnson muss sich, neben drei anderen Pharmaunternehmen, wegen der Opioid-Krise in den USA vor Gericht verantworten. Angeblich soll der Konzern Risiken von Schmerzmitteln aus Profitgier heruntergespielt haben. Und auch mit seinem Corona-Impfstoff gibt es Probleme.

Der US-Konzern Johnson & Johnson und drei weitere Pharmaunternehmen sind wegen Mitverantwortung an der Opioid-Krise in den USA angeklagt. Drei kalifornische Bezirke und die Stadt Oakland forderten in ihrer Klage einen Schadensersatz in Milliardenhöhe von Johnson & Johnson, Teva, Endo und Allergan. Den Unternehmen wird vorgeworfen, die Risiken starker Opioid-Schmerzmittel aus Profitgier verharmlost zu haben.

"Die Angeklagten haben den Profit über das Leben gestellt und die Öffentlichkeit über die wirklichen Gefahren von Opioiden getäuscht", sagte der Rechtsvertreter des Bezirks Santa Clara County, James Williams. Die Pharmafirmen hätten die Gefahren einer Langzeiteinnahme von Opioiden bewusst heruntergespielt.

Die Kläger - die kalifornischen Bezirke Santa Clara, Los Angeles und Orange sowie die Stadt Oakland - fordern von den Unternehmen, ihr Marketing für die Schmerzmittel in Zukunft einzustellen. Der Staat Kalifornien habe enormen Schaden erlitten, während die angeklagten Unternehmen beispielsweise 2014 "Blockbuster-Gewinne" von 11 Milliarden Dollar (9,11 Milliarden Euro) durch die Opioide erzielt hätten.

Fast eine halbe Million Todesopfer

Zu den Opioiden zählt das Schmerzmittel Fentanyl, das 50 Mal stärker ist als die illegale Opioid-Droge Heroin. Tausende Klagen im Zusammenhang mit der Opioid-Krise wurden bereits bei US-Gerichten eingereicht. Allein im Jahr 2019 starben 50.000 Menschen in den USA an der übermäßigen Einnahme von Opioiden. Binnen zwei Jahrzehnten waren es nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC fast eine halbe Million Todesopfer.

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Johnson & Johnson war 2019 im Zusammenhang mit der Opioid-Krise bereits zu einer Strafzahlung in Höhe von 465 Millionen Dollar verurteilt worden, weil das Unternehmen nach Auffassung des Gerichts in Oklahoma die Risiken heruntergespielt hatte. J&J ging in Berufung, eine Entscheidung steht noch aus.

Das nun eingeleitete Gerichtsverfahren kommt für J&J zur Unzeit, da das US-Unternehmen bereits in einen Skandal um Babypuder verwickelt ist. Auch mit seinem Corona-Impfstoff gibt es Probleme. Sein Einsatz in den USA wurde nach Berichten über gefährliche Blutgerinnsel bei sechs damit geimpften Frauen ausgesetzt. Außerdem wurde die Herstellung des Vakzins in einem Werk in Baltimore gestoppt, nachdem dort eine Produktionspanne viele Impfdosen unbrauchbar gemacht hatte.

Quelle: ntv.de, can/AFP

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