Wirtschaft

Ausblick auf das zweite Halbjahr US-Notenbank widersteht Trump

RTX6TYVS.jpg

Powell sieht den Zinssatz derzeit im Einklang mit der Wirtschaftslage.

(Foto: REUTERS)

Das dürfte dem US-Präsidenten nicht gefallen: Die US-Währungshüter rühren die Zinssätze nicht an. Allerdings trüben sich die Wirtschaftseinschätzungen der Experten etwas ein. Damit rückt ein künftiger Zinsschritt näher.

Die US-Notenbank rührt die Zinssätze nicht an. Damit beugen sich die Währungshüter nicht dem Druck von US-Präsident Donald Trump, der mehrfach Zinssenkungen gefordert hatte. Das Zielband für den Leitzins "Fed Funds Rate" verharre zwischen 2,25 und 2,50 Prozent, teilte die Fed nach einer Sitzung in Washington mit. Analysten hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Zugleich ist fast die Hälfte der Währungshüter der Ansicht, dass in der zweiten Jahreshälfte niedrigere Zinsen angemessen sein dürften. Im Mittel blieb das Führungspersonal jedoch bei der Prognose, dass das Niveau so bleiben könnte.

Im vergangenen Jahr hatte die Fed vier Mal die Zinsen angehoben. Die letzte Erhöhung im Dezember war die neunte Anhebung seit Ende 2015. Zuletzt zeichnete sich aber eine Zinswende in den USA ab. Angesichts der wirtschaftlichen Abkühlung wird an den Finanzmärkten auf Leitzinssenkungen im weiteren Jahresverlauf spekuliert.

*Datenschutz

Und die Fed nährte diese Annahme. Denn die Währungshüter stuften die Wirtschaftsaktivität als nur noch moderat ein. Zudem gebe es im Spitzengremium keine "geduldige" Haltung zu Zinssenkungen mehr, hieß es weiter. Das Wort wurde im Begleittext zur Entscheidung gestrichen. Bislang war damit eine anhaltende Zinspause signalisiert worden. Fed-Chef Jerome Powell hatte jüngst eine "angemessene Reaktion" auf konjunkturelle Auswirkungen des internationalen Handelsstreits in Aussicht gestellt und damit die Tür für Zinssenkungen aufgestoßen.

"Unsicherheiten haben sich erhöht"

In der geldpolitischen Erklärung heißt es: "Ein anhaltendes Wirtschaftswachstum, gute Arbeitsmarktbedingungen, eine Inflation nahe dem symmetrischen Zielwert von zwei Prozent ist nach Ansicht des Ausschusses weiterhin das wahrscheinlichste Szenario, aber die Unsicherheiten für diesen Ausblick haben sich erhöht." Angesichts der Unsicherheiten werde der Ausschuss den Wachstumsausblick prüfen und "die geeigneten Maßnahmen treffen, um für Wirtschaftswachstum, einen starken Arbeitsmarkt und für Inflation" nahe dem Ziel zu sorgen.

Trump beharrt seit Längerem auf Zinssenkungen. Dadurch werden Kredite für Unternehmen und Verbraucher billiger. Damit steigen sowohl Investitionen als auch Konsum und sorgen letztlich für ein höheres Wirtschaftswachstum. Oder wie es Trump sieht: Würde die Fed seinem Rat folgen und die Zinsen senken, dann ginge die Konjunktur ab "wie eine Rakete". Daran hat Trump schon deshalb gesteigertes Interesse, weil er im kommenden Jahr erneut zum Präsidenten gewählt werden will. Obendrein - und darauf haben deutsche Analysten jüngst verstärkt hingewiesen - würden so auch die zunehmend auf die US-Wirtschaft durchschlagenden negativen Folgen der Trump'schen Handelskriege zumindest gemildert.

Nach der Zinsentscheidung legte der Euro zum Dollar zu. Die Renditen der US-Anleihen gaben nach. An der US-Börse stieg der S&P-500-Index leicht an. Gold verteuerte sich leicht.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ/rts/dpa

Mehr zum Thema