Wirtschaft

Erste Reaktionen an den Märkten US-Wahl schockiert Anleger

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In Asien blicken die Börsianer gespannt auf den Wahlausgang.

(Foto: REUTERS)

Die US-Börsen sind geschlossen, in Europa wird noch nicht gehandelt: Damit bleibt Investoren in aller Welt in der Wahlnacht nur der Blick auf das Handelsgeschehen in Asien. Dort kommt es zu massiven Kursbewegungen.

Die internationalen Finanzmärkte haben extrem nervös auf den Verlauf der Präsidentschaftswahlen in den USA reagiert. Die US-Währung Dollar gab in ersten Reaktionen gegenüber anderen Währungen deutlich nach, der Kurs des Euro  stieg im Gegenzug über 1,12 US-Dollar. Der republikanische Bewerber Donald Trump hat gute Chancen, ins Weiße Haus einzuziehen. Die meisten Umfragen hatten dagegen einen Sieg der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton vorhergesagt.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,17

Der Euro gewinnt im fernöstlich geprägten Handel zeitweise mehr als zwei Prozent an Wert und kostet bis zu 1,1265 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit Ende September. Der japanische Yen legte zum US-Dollar um mehr als drei Prozent zu. Das ist der stärkste Stand seit Anfang Oktober. Ein Dollar kostete zeitweise nur noch 102,04 Yen.

"Trump-o-Meter"

Der mexikanische Peso gab dagegen im Verhältnis zum US-Dollar um mehr als 11 Prozent nach. Ein Dollar kostete am frühen Morgen bis zu 20,4866 Peso. Damit ist der Peso so schwach wie nie zuvor. Der mexikanische Peso galt im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen an den Finanzmärkten als "Trump-o-Meter".

Weil Trump Mexiko mit einem Handelskrieg und dem Bau einer Mauer an der Landesgrenze gedroht hatte, hieß es: Je höher die Chancen Donald Trumps auf einen Wahlsieg eingeschätzt wurden, desto höher war der Druck auf den Peso. Der russische Rubel verlor im Verhältnis zum US-Dollar um mehr als ein Prozent. Ein Dollar kostete bis zu 64,6573 Rubel. Als eine der wichtigsten Schwellenländer-Währungen reagierte der Rubel immer wieder auf jüngste Ereignisse im US-Wahlkampf.

Zugleich legte der Preis für Gold am frühen Morgen um gut drei Prozent zu. Der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) stieg auf bis zu 1313,24 US-Dollar. Auch hier wurde der höchste Stand seit Anfang Oktober erreicht. Gold gilt vielen Anlegern als sichere Geldanlage in unsicheren Zeiten. Sinkt das Sicherheitsbedürfnis der Anleger, gibt der Goldpreis daher tendenziell nach. Umgekehrt legt er in der Tendenz zu, wenn die Unsicherheit steigt.

Asiens Anleger sind nervös

Der ungewisse Ausgang der US-Präsidentenwahl machte auch die Anleger an Asiens Aktienmärkten nervös: Zahlreiche Börsen drehten in einem sehr unruhigen Handel ins Minus. Der MSCI-Index für die Region Asien/Pazifik ohne Japan notierte 1,4 Prozent schwächer. In Tokio brach der Nikkei-Index der 225 führenden Titel zeitweise um mehr als 5 Prozent ein. Die Terminkontrakte auf den Börsenindex S&P-500 tendierten 2,7 Prozent tiefer, nachdem sie zuvor ebenfalls zugelegt hatten.

Viele Anleger hoffen auf einen Sieg der Demokratin Hillary Clinton. Sie steht an den Märkten für Kontinuität, während ihr Rivale Donald Trump von den Republikanern als unberechenbar und Investorenschreck gilt. Vor allem in den entscheidenden "Swing States" gestaltet sich das Rennen zwischen den beiden Kandidaten offener als erwartet.

Quelle: ntv.de, jgu/rts

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