Wirtschaft

Sanktionsausnahmen enden USA erhöhen Druck auf den Iran

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Bislang sind noch acht Länder vom Bezugsverbot von iranischem Öl ausgenommen.

(Foto: REUTERS)

Noch im Tagesverlauf wollen die USA ihre Ankündigung umsetzen und den Iran von seinen letzten Absatzmärkte für das heimische Öl abschneiden. So soll die Regierung zurück an den Verhandlungstisch gezwungen werden. Ob dies gelingt ist unklar. Verbraucher werden den Schritt aber spüren.

Im Atomstreit mit dem Iran wollen die USA die Ölexporte der Islamischen Republik Regierungskreisen zufolge in Kürze vollständig lahmlegen. Außenminister Mike Pompeo werde noch im Tagesverlauf ankündigen, dass die Vereinigten Staaten ab dem 2. Mai keinem Land mehr Ausnahmen gewähren werden, das derzeit noch iranisches Öl importiere, sagte ein Insider und bestätigte damit einen Bericht der "Washington Post".

Rohöl (WTI)
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Die Anfang November bei der Verhängung der Öl-Sanktionen eingeräumten Ausnahmenregelungen für China, Japan, Indien, Südkorea, Taiwan, die Türkei, Italien und Griechenland sollten damit wie geplant nach einem halben Jahr enden. Halte sich ein Staat nicht an das Embargo, drohen ihm US-Sanktionen. Die Türkei hatte sich zuletzt noch für eine Verlängerung der Ausnahmen eingesetzt. Das US-Außenministerium wollte sich nicht dazu äußern.

Die Neuigkeiten schürten die Sorgen vor einem Engpass am Ölmarkt und trieben die Ölpreise um rund drei Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit fast einem halben Jahr. Die führende Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich auf 74,30 Dollar je Barrel (159 Liter) und kostete damit so viel wie zuletzt am 1. November. US-Leichtöl der Sorte WTI legte auf 65,87 Dollar zu und auf den höchsten Stand seit dem 30. Oktober. Wegen Lieferausfällen in den Krisenländern Venezuela und Libyen ist die Lage am Ölmarkt ohnehin angespannt.

US-Präsident Donald Trump hatte das internationale Atomabkommen mit dem Iran von 2015 im vergangenen Jahr aufgekündigt und neue Sanktionen verhängt. Sie zielen unter anderem auf die für den Iran wichtigen Einnahmen aus dem Öl-Geschäft ab. Trump will die Führung in Teheran damit zu Neuverhandlungen über ein wesentlich strengeres Abkommen über ihr Atom- und Raketenprogramm zwingen. Zudem will er den Iran so zu einem Kurswechsel in der Außenpolitik und dem Ende der Unterstützung militanter Gruppen in der Nahost-Region bewegen. Die EU will an dem Atomabkommen festhalten, das auch von Deutschland mit ausgehandelt wurde.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts

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