Wirtschaft

Weltweites Startverbot empfohlen USA lassen Boeing 737 Max 8 am Boden

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Innerhalb von weniger als fünf Monaten stürzten zwei Boeing-Maschinen des Typs 737 Max 8 ab.

(Foto: REUTERS)

Die US-Luftfahrtbehörde gibt dem Druck nach: Wie schon in zahlreichen anderen Ländern, werden Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max 8 und 9 auch in den USA nicht mehr fliegen. Für Trump geht Sicherheit vor. Derweil empfiehlt Boeing selbst ein weltweites Startverbot seiner 737-Max-Flugzeuge.

Nach den EU-Staaten und zahlreichen anderen Ländern haben nun auch die USA ein Startverbot für Maschinen der Boeing 737 Max erlassen. Alle Maschinen dieses Typs müssten mit sofortiger Wirkung am Boden bleiben, sagte US-Präsident Donald Trump in Washington. Die Sicherheit "des amerikanischen Volkes" wie aller Menschen habe für seine Regierung "höchste" Priorität.

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Boeing 367,44

Boeing empfiehlt derweil ein vorübergehendes Startverbot für alle Flugzeuge der 737-Max-Reihe weltweit. Der US-Luftfahrtriese teilte mit, eine entsprechende Empfehlung sei an die US-Luftfahrtbehörde FAA gegangen. Betroffen sei "die gesamte weltweite Flotte von 371 737-Max-Flugzeugen". Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. "Boeing hat weiterhin volles Vertrauen in die Sicherheit der 737 Max."

Boeing wie auch Trump reagierten damit auf den Absturz einer Boeing 737 Max 8 der Ethiopian Airlines kurz nach dem Start am Sonntag in Äthiopien. Weniger als fünf Monate zuvor war eine baugleiche Maschine der Fluggesellschaft Lion Air in Indonesien abgestürzt. Die FAA war zunehmend unter Druck geraten. Nach dem Absturz der Boeing 737 Max 8 in Äthiopien hatten Luftfahrtbehörden in Europa, Australien und weiten Teilen Asiens Flugverbote für alle baugleichen Maschinen verhängt. Zahlreiche Fluggesellschaften ließen ihre Boeing 737 Max 8 vorsichtshalber am Boden.

"Es handelt sich um eine Vorsichtsmaßnahme"

Wenige Stunden vor den USA hatte auch Kanada ein Start-, Lande- und Überflugverbot für alle Maschinen der Boeing 737-Max-Reihe erlassen. Der kanadische Transportminister Marc Garneau sagte in Ottawa: "Es ist bedauerlich, aber Sicherheit muss ganz oben auf der Tagesordnung stehen."

Die Entscheidung sei auf Grundlage von neuen Informationen gefällt worden, die das Ministerium am Morgen erhalten habe. Experten seines Ministeriums hätten damit den Flugverlauf der in Äthiopien abgestürzten Boeing 737 Max 8 mit dem der Maschine verglichen, die im Oktober ebenfalls kurz nach dem Start in Indonesien abgestürzt war. Dabei hätten sich Ähnlichkeiten ergeben. Garneau betonte, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Bislang sei kein Zusammenhang erwiesen, die Absturzursache in Äthiopien sei weiter unbekannt. Mit Blick auf die USA sagte der Minister: "Wir haben sie heute Morgen darüber informiert, dass wir diese Entscheidung getroffen haben."

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte am Dienstagabend zunächst mitgeteilt, sie sehe weiterhin keinen Anlass für ein Startverbot. Bislang hätten die Überprüfungen keine Grundlage für ein Startverbot ergeben. Auch hätten Luftfahrtbehörden anderer Länder der FAA keine Daten zur Verfügung gestellt, die Maßnahmen erforderlich machten.

Nach dem Absturz in Äthiopien hatten sich Flugbegleiter von Southwest Airlines und von American Airlines für ein Startverbot für die Boeing 737 Max 8 ausgesprochen. Die Gewerkschaft APFA, die die mehr als 27.000 Flugbegleiter von American Airlines vertritt, und die Gewerkschaft TWU, in der 17.000 Flugbegleiter von Southwest Airlines organisiert sind, forderten einen entsprechenden Schritt.

Quelle: n-tv.de, hny/rts/AFP/dpa

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