Wirtschaft

Zustimmung zur KapitalerhöhungUnicredit-Aktionäre machen Weg für Commerzbank-Übernahme frei

04.05.2026, 13:37 Uhr
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Hochhaus Torre Unicredit: der Hauptsitz der italienischen Bank Unicredit im Bankenviertel von Mailand. (Foto: picture alliance / Daniel Kalker)

Die italienische Großbank Unicredit bekommt grünes Licht von den Aktionären für ihre Offerte an die Commerzbank. Das offizielle Angebot für das Frankfurter Geldhaus soll am Dienstag folgen. Allerdings liegt der gebotene Preis unter dem aktuellen Börsenkurs.

Die Aktionäre von Unicredit haben der italienischen Großbank den Weg für das Übernahmeangebot für die Commerzbank freigemacht. Auf einer außerordentlichen virtuellen Hauptversammlung stimmten 99,55 Prozent des vertretenen Kapitals für die Ausgabe von bis zu 470 Millionen neuen Aktien, wie UniCredit in Mailand mitteilte. Die Papiere will Unicredit den Commerzbank-Aktionären im Tausch für ihre Aktien anbieten. Die offizielle Offerte soll am Dienstag unterbreitet werden. Dann haben die Commerzbank-Aktionäre vier Wochen Zeit, ihre Aktien Unicredit anzudienen.

Allerdings lohnt sich der Tausch für sie derzeit nicht. Die 0,485 Unicredit-Aktien, die die Italiener anbieten, entsprechen nur einem Wert von 31,09 Euro. Das Frankfurter Geldhaus wird damit mit gut 35 Milliarden Euro bewertet. Die Commerzbank-Aktie wird an der Börse aber mit 34,29 Euro gehandelt, das sind zehn Prozent mehr.

Unicredit-Chef Andrea Orcel kommt es aber ohnehin nicht darauf an, mit dem Angebot möglichst viele Commerzbank-Aktien einzusammeln. Sobald er damit nur die Schwelle von 30 Prozent überschreitet, hat Unicredit nach einem halben Jahr die Möglichkeit, am Markt beliebig weitere Papiere des Frankfurter Bankhauses aufzukaufen, ohne zu einem Pflichtangebot gezwungen zu sein.

Commerzbank sträubt sich

Die Führung der Commerzbank sträubt sich gegen eine Übernahme und wirft Orcel ein feindliches Vorgehen vor. "Was die Unicredit nach 18 Monaten und zahlreichen Treffen nun auf den Tisch gelegt hat, ist ein Plan, der die Bank, wie sie heute für ihre Kunden funktioniert, zerlegt und unseren Aktionären dafür keine Prämie zahlt", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Michael Kotzbauer, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Kotzbauer betonte, die Commerzbank lehne "keine Gespräche mit der Unicredit ab". Es habe in den vergangenen Monaten viele Treffen gegeben. "In keinem dieser Treffen war Unicredit aber je daran interessiert, über unser Geschäftsmodell oder ihre Pläne bei der Commerzbank zu reden." Das habe die Unicredit erst getan, nachdem sie am 16. März unabgestimmt ein Angebot für die Commerzbank-Aktionäre angekündigt hatte. Dieses will Unicredit-Chef Andrea Orcel an diesem Dienstag konkretisieren.

Quelle: ntv.de, hny/rts/dpa

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