Wirtschaft
Büdchen im Ruhrgebiet: Wer für Langnese werben will, muss auch einen "positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten".
Büdchen im Ruhrgebiet: Wer für Langnese werben will, muss auch einen "positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten".(Foto: imago stock&people)
Montag, 12. Februar 2018

Gegen Spaltung der Gesellschaft: Unilever droht Facebook und Co. mit Boykott

Der Hersteller von Langnese-Eis und Signal-Zahnpasta ist besorgt - um das Wohl der Kinder, die Einheit der Gesellschaft und um das Image seiner Marken. Unilever will daher nicht mehr auf Plattformen werben, die keinen "positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten".

Der britisch-niederländische Konsumgüterhersteller Unilever droht seinen Werbeetat bei digitalen Plattformen wie Facebook und Google einzuschränken. Marketing-Chef Keith Weed sagte auf einer Konferenz in Kalifornien laut Redetext, man werde künftig nur noch Reklame machen, wo Kinderschutz gewährleistet sei und keine "Spaltung" der Gesellschaft vorangetrieben werde.

"Als zuverlässiger Anzeigenkunde will Unilever nicht auf Plattformen Werbung machen, die keinen positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten", sagte der Manager des Herstellers von Dove-Seife und Ben&Jerry's-Eis. Zudem werde man das Thema geschlechtsspezifische Stereotypen angehen.

Unilever selbst war voriges Jahr stark in die Kritik geraten wegen einer Dove-Werbung auf Facebook, die vielen als rassistisch galt. Das Unternehmen hatte sich daraufhin entschuldigt. Weed sagte, Konsumenten sei der Mehrwert für Werbekunden weitgehend egal. "Aber es geht sie sehr wohl etwas an, wenn sie ihre Marken sehen, die neben Anzeigen platziert sind, die Terror finanzieren oder die Ausbeutung von Kindern."

Unilver, zu dem unter anderem die Lebenmittelmarken Knorr und Langnese, die Signal-Zahnpasta oder Domstor-Reiniger gehören, ist einer der größten Werbe-Auftraggeber der Welt. Allein in Deutschland gibt das Unternehmen jährlich mehrere Hundertmillionen Euro für Werbung in allen Medienformen aus.

Quelle: n-tv.de