Wirtschaft

"Macht den ersten Fehler"VW-Aufseher kritisiert Vorstandschef Blume deutlich

25.08.2026, 10:46 Uhr
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Für den SPD-Landesfürsten stehen Werksschließungen nicht auf der Tagesordnung. (Foto: picture alliance/dpa)

Bei Volkswagen ist die Stimmung im Keller. Konzernchef Blume will den "überdimensionierten" Giganten umstrukturieren. Der niedersächsische Ministerpräsident Lies sieht in der Größe dagegen ein "riesiges Pfund" für die Zukunft.

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat den Vorstandsvorsitzenden des Volkswagen-Konzerns, Oliver Blume, für dessen Sparkurs kritisiert. "Wer sagt, Volkswagen ist zu groß, der macht erstmal den ersten Fehler. Die Größe von Volkswagen, diese Stärke, die ist international ein riesiges Pfund für uns", sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk.

Er reagierte damit auf eine Blume-Bemerkung von vergangener Woche, in der dieser den Autokonzern als "überdimensioniert" bezeichnet hatte. Wie die Arbeitnehmervertreter lehnte Lies zudem die vom Vorstand vorgeschlagenen Werksschließungen ab. "Es geht jetzt nicht um die Frage der Werkschließung." Der Vorstand müsse Konzepte vorlegen, wie die Kapazität an den bestehenden Standorten besser ausgeschöpft werden könne - durch attraktivere Fahrzeuge, aber auch durch "Ergänzungen". Er verwies etwa auf Rüstungsproduktion.

Der VW-Vorstandschef will im Laufe des Tages auf außerordentlichen Betriebsversammlungen in Wolfsburg und Braunschweig Konzepte für die Zukunft des angeschlagenen Automobilkonzerns präsentieren. Bis Ende August sind neun Veranstaltungen geplant. Neben Wolfsburg etwa auch in Zwickau und Kassel-Baunatal. 

Lies weist Blockadevorwurf zurück

Drei Wochen vor den niedersächsischen Kommunalwahlen forderte der Ministerpräsident ein verändertes Denken bei den Reformen. Auch er erkenne an, dass der Konzern sich in einer "extrem schwierigen Zeit" befinde, sagte Lies mit Blick etwa auf den chinesischen Markt.

"Deswegen sage ich: Wo sind weitere Wachstumsfelder, die auch Beschäftigung an Standorten sichern und stabilisieren können?" In der Debatte werde unterschlagen, dass Volkswagen Marktführer etwa bei E-Autos in Europa sei. "Wir sind ja gut aufgestellt dabei und wir müssen diese Wachstumspotenziale eines wachsenden E-Mobilitätsmarkts natürlich auch nutzen."

Zugleich wies der Ministerpräsident den Vorwurf einer Blockade durch das Land als VW-Anteilseigner zurück. "Es gibt eine Reihe von Vorschlägen, die der Vorstand gemacht hat, bei denen wir uns absolut einig sind", betonte er. Dazu gehöre, die Synergien der unterschiedlichen Marken besser zu nutzen. Es gebe eine zu große Variabilität von verschiedenen Fahrzeugen und bei der Ausstattung. Aber auch dafür machte Lies den Vorstand verantwortlich. Man müsse etwa die Zahl der Lenkräder und Sitzvarianten deutlich reduzieren. "Das ist Aufgabe des Vorstandes." Lies erneuerte die Forderung, dass die EU Importzölle nicht nur auf E-Autos, sondern auch auf Hybrid-Autos erheben sollte.

Quelle: ntv.de, lme/rts

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