Wirtschaft

Trotz Ermittlungen in Diesel-Affäre VW-Führung spricht sich das Vertrauen aus

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Gesehen in Wolfsburg: Ein Liebesbekenntnis an VW.

(Foto: dpa)

Der VW-Konzern bleibt seiner Linie treu: Noch immer gebe es keine Hinweise auf eine Mitschuld von Vorständen am Diesel-Skandal. Deshalb müsse der komplette Vorstand entlastet werden. Derweil wollen die Arbeitnehmer auch ein Stück vom Kuchen haben.

Volkswagen hat die Weichen für die Hauptversammlung in sechs Wochen gestellt: Trotz laufender Ermittlungen im Dieselskandal empfiehlt der Konzern den Aktionären, bei ihrem Treffen am 22. Juni der kompletten Führungsspitze, also allen Mitgliedern von Vorstand und Aufsichtsrat, das Vertrauen auszusprechen. Wie das Unternehmen in Wolfsburg mitteilte, trafen Management und Kontrolleure entsprechende Entscheidungen.

Im Aufsichtsrat gab es demnach intensive Diskussionen. Bei der Hauptversammlung, die angesichts des Skandaljahrs 2015 konfliktreich verlaufen dürfte, soll zudem Aufsichtsrat Hans Dieter Pötsch bestätigt werden. Mit der Entsendung einer Frau ins Kontrollgremium macht das Emirat Katar dafür den Weg frei.

Wie es in der Mitteilung von VW weiter hieß, fußt der Vorschlag zur Entlastung der Führungsspitze auf den – noch laufenden – Untersuchungen der US-Kanzlei Jones Day sowie weiteren rechtlichen Prüfungen, etwa der Kanzlei Gleiss Lutz. Bei den Untersuchungen zur Abgasaffäre hätten sich bis dato "keine eindeutigen und schwerwiegenden Pflichtverletzungen" von amtierenden oder früheren Vorstandsmitgliedern ergeben, die gegen eine Entlastung sprächen. Für den Fall, dass sich dies bis zur Hauptversammlung ändern sollte, müsste neu abgewogen werden, betonten Aufsichtsrat und Vorstand.

Details zur Empfehlung nannte der Konzern nicht - die Risiken für VW seien zu hoch, wenn Zwischenergebnisse der Jones-Day-Prüfung bekannt würden. Der Aufsichtsrat habe Vertrauen in den amtierenden Vorstand, den Dieselskandal zu bewältigen und VW in die Zukunft zu führen. Die vorgeschlagene Entlastung heiße nicht, dass auf mögliche Schadenersatzansprüche gegen einzelne Vorstandsmitglieder verzichtet werden. Die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung laufe seit vergangenen Herbst und dauere an.

Boni für alle oder keinen

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh forderte auf einer Kundgebung der IG Metall mit mehr als 30.000 Teilnehmern auf dem Werksgelände in Wolfsburg erneut eine Anerkennungsprämie für die Mitarbeiter. "Wir haben als Belegschaft immer klar gesagt: entweder Boni für keinen, oder Boni für alle", sagte er. Der Vorstand habe sich mit seinem Verzicht auf nur 30 Prozent der Erfolgsprämie in dieser Frage eindeutig dafür entschieden. Konzernchef Müller habe eine Anerkennungsprämie auch zugesagt, die Höhe ist noch offen. "Bei ihm weiß ich, der steht zu seinem Wort", sagte Osterloh, der auch Mitglied im VW-Aufsichtsrat ist. Andere Vorstände forderten aber Zugeständnisse von der Belegschaft für die Zahlung einer Prämie. "Das ist nichts weiter als ein Taschenspielertrick."

Quelle: ntv.de, ppo/rts

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