"Iron Dome"-Teile aus Osnabrück?VW steht wohl kurz vor Rüstungs-Deal

Was soll aus dem VW-Werk in Osnabrück werden? Die Fertigung des T-Roc-Cabrio läuft im kommenden Jahr dort aus, danach hat es keinen Arbeitsauftrag mehr. Der Autobauer versucht, den Standort dennoch zu erhalten - laut Berichten gemeinsam mit einem Rüstungsunternehmen.
Der kriselnde Autobauer Volkswagen plant Medienberichten zufolge den Einstieg in die Rüstungsbranche. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, stehe für das Werk in Osnabrück eine Einigung mit dem israelischen Unternehmen Rafael Advanced Defense Systems kurz bevor. Der Plan ist laut Nachrichtenagentur Bloomberg, dass in Niedersachsen Teile für das Luftverteidigungssystem "Iron Dome" gefertigt würden. Dazu gehörten dann Lastwagen, Abschussvorrichtungen und Stromgeneratoren.
Das Werk in Osnabrück ist eines der Sorgenkinder der VW-Spitze. Dort läuft derzeit noch das T-Roc-Cabrio vom Band. Ende 2024 hatte Europas größter Autobauer im Rahmen seines Sparprogramms beschlossen, die Fertigung im kommenden Jahr auslaufen zu lassen. Danach ist die Zukunft der Fabrik mit 2300 Mitarbeitern offen. Die Idee, dort Rüstungsteile für Rafael fertigen zu lassen, kursiert bereits seit Monaten.
Großaktionär Katar blockiert Pläne wohl
Laut Bloomberg gibt es aber ein Problem: Großaktionär Katar meldete demnach Einwände bei einer Kooperation mit einem israelischen Unternehmen an. Dem Bericht zufolge könnten diese aber umgangen werden. So könnte das Bundesland Niedersachsen Teile des Werks in Osnabrück übernehmen - und anschließend ein Gemeinschaftsunternehmen mit Rafael gründen.
Noch aber ist nichts beschlossen. "Wir prüfen derzeit, ob und in welcher Form eine Beteiligung an einer möglichen industriellen Zukunftslösung für den Standort Osnabrück in Betracht kommen kann", sagte Ministerpräsident Olaf Lies dazu. Die nächste VW-Aufsichtsratssitzung steht am 4. September an - möglicherweise könnte dort schon ein Beschluss gefasst werden. Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtete von einem Investment des Landes in Höhe von mindestens 200 Millionen Euro.
"Die konkreten Strukturen einer solchen Beteiligung sind derzeit noch Gegenstand laufender Prüfungen und Gespräche", sagte ein Sprecher des Ministerpräsidenten. "Insofern können wir zum jetzigen Zeitpunkt weder einer konkreten Beteiligungshöhe noch einem bestimmten Beteiligungsmodell vorgreifen." Der NDR berichtete schon im März, dass VW auch mit anderen Unternehmen gesprochen habe. Unter anderem habe es Gespräche mit dem deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS gegeben.