Wirtschaft

Fremdgeschäft möglich VW stellt Komponentenwerke neu auf

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"Zu gegebener Zeit auch im externen Wettbewerb."

(Foto: REUTERS)

Der VW-Konzern ist so riesig, dass er sich hausinterne Zulieferer leistet. Sie bauen etwa Motoren, Getriebe oder Plastikteile. Im Zuge der Neuaufstellung wollen die Wolfsburger nun auch bei eben diesen Komponentenwerken nachjustieren.

Volkswagen stellt seine gut zwei Dutzend Komponentenwerke neu auf und will die hausinternen Zulieferer in einem eigenständigen Unternehmen bündeln. Dazu prüfen die Wolfsburger, ob diese neue Einheit auch mit der Konkurrenz Geschäfte machen darf.

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Vorstandschef Matthias Müller nannte dazu keinen Zeitplan. Er sprach nur davon, dass die neu aufgestellten Komponentenwerke "zu gegebener Zeit auch im externen Wettbewerb" arbeiten könnten: "Die Neuausrichtung der Komponente ist für unser Unternehmen ein großer Schritt." Die Arbeitnehmerseite betonte dazu, dass für die Kollegen alles beim Alten bleibe. Es gehe nur um eine Neuordnung im "Überbau", um besser zu steuern und zu planen.

Der Geschäftsbereich zählt laut Müller 67.000 Mitarbeiter an 26 Standorten verschiedener Marken auf fünf Kontinenten. Damit wäre der hauseigene Zulieferer, der etwa Motoren, Getriebe, Chassis-Elemente oder Kunststoffteile produziert, bei einem externen Auftritt auf dem Markt auf einen Schlag einer der weltgrößten Autozulieferer.

Ein Großteil der Komponentenwerke im Konzern fällt derzeit unter den VW-Haustarif. Zu Fragen der Entgeltstrukturen sei es noch zu früh, sagte Müller. Es stehe schließlich erst die Grundsatzentscheidung für eine Neuaufstellung.

Osterloh sieht Reform generell positiv

Betriebsratschef Bernd Osterloh stellte schon einmal klar: "Die VW-Kollegen bleiben VW-Kollegen, so wie die Audi-Kollegen Audi-Kollegen bleiben. Und das gilt dann auch für die jeweiligen Tarifverträge." So bleibe auch ein Audi-Werk ein Audi-Werk und ein VW-Werk ein VW-Werk. "Wir wollen aber eine gemeinsame Steuerung - unter Einbindung der Marken und der Betriebsräte, die unsere Komponentenwerke der Marken noch wettbewerbsfähiger macht."

Der Sitz der neuen Gesellschaft soll laut Müller in Wolfsburg oder in der näheren Umgebung angemeldet werden. Salzgitter und Braunschweig sind niedersächsische Komponentenwerke. Auch im nordhessischen Kassel gibt es eine Teilefabrik, wo keine fertigen Autos vom Band rollen.

Osterloh sieht die Reform der Teilewerke generell positiv: "Hiermit machen wir einen weiteren wesentlichen Schritt, um den Komponentenwerken der Marken die gleichen Möglichkeiten zu geben wie einem externen Zulieferer." Die Komponente erfülle auch künftig mehrere Funktionen: einen "wesentlichen Beitrag" auf dem Weg zur Elektromobilität, die Entwicklung technischer Alleinstellungsmerkmale für die Konzernmarken und die Funktion als Preisregulativ gegenüber externen Zulieferern.

Quelle: ntv.de, wne/dpa