Wirtschaft

"Kein konkretes Fehlverhalten" VW will Lobbyist Steg zurückholen

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Steg ist für den Konzern unverzichtbar.

(Foto: picture alliance / Tim Brakemeie)

Seit Ende Januar ist der VW-Generalbevollmächtigte Steg beurlaubt. Zuvor waren die Affenversuche des Konzerns bekannt geworden. Doch VW will nun nicht länger auf Steg verzichten.

Der Volkswagen-Konzern will Cheflobbyist Thomas Steg in seine alte Funktion zurückholen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf nicht näher genannte Unternehmenskreise. Bei VW hieß es auf Anfrage, es gebe noch keine Entscheidung.

Steg war Ende Januar im Zuge der Diesel-Labortests an Affen bei Volkswagen als Generalbevollmächtigter beurlaubt worden. Der Vorstand hatte seinerzeit das entsprechende Angebot des Leiters der Konzern-Außenbeziehungen und Nachhaltigkeit angenommen. Steg war daraufhin bis zur vollständigen Aufklärung der Vorgänge von seinen Aufgaben entbunden worden.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung kam eine interne Kommission zu dem Ergebnis, dass kein konkretes Fehlverhalten festgestellt werden konnte. Steg sei unverzichtbar für das Unternehmen und könne in seinen alten Job als VW-Generalbevollmächtigter zurückkehren, zitiert das Blatt aus Konzernkreisen.

Zur Verharmlosung von Dieselabgasen

Wissenschaftler hatten sich von der Autoindustrie einspannen lassen, um mit der von BMW, Daimler, VW und Bosch gegründeten Lobbyorganisation EUGT - der Europäischen Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor - Gesundheitsgefahren von Dieselabgasen zu verharmlosen. Dabei waren auch Affen mehreren Tests ausgesetzt worden. Die EUGT wurde 2017 aufgelöst.

Steg wurde 2012 Generalbevollmächtigter des VW-Konzerns für Außen- und Regierungsbeziehungen - der Posten ist zwischen den Prokuristen und der Vorstandsebene angesiedelt. Er sollte für VW vor allem seine guten Kontakte in die Politik nutzen. Steg war von 2002 bis 2009 stellvertretender Sprecher der Bundesregierung.

Quelle: ntv.de, sba/dpa