Wirtschaft

Furioses Börsendebüt in New York Veggie-Aktie begeistert US-Anleger

Veganer Zukunftstrend an der Börse: An der New Yorker Nasdaq sorgt der Nahrungsmittelspezialist Beyond Meat mit einer spektakulären Parkettpremiere für Wirbel. Die junge Aktie schnellt bereits zum Auftakt mehr als 80 Prozent ins Plus.

Der Fleischersatz-Hersteller Beyond Meat hat im New Yorker Aktienhandel mit einer ungewöhnlich starken Kursentwicklung am Tag des Börsengangs die Blicke vieler Anleger auf sich gezogen. Die Aktie des kalifornischen Unternehmens, das unter anderem vegane Burger, Würstchen und Hackfleischersatz auf Basis von Erbsenproteinen vertreibt, schoss bereits zum Auftakt um mehr als 80 Prozent in die Höhe.

Beyond Meat
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Ausgegeben für 25 Dollar, startete das Papier bei 46 Dollar. Der Marktwert des Unternehmens, dem der Börsengang 240 Millionen Dollar in die Kassen gespült hatte, schwoll schon allein dadurch rein rechnerisch auf rund 2,75 Milliarden Dollar an.

Die Zahlen zeigen, welches Potenzial die Investoren der rein pflanzlichen Ernährung im US-Markt beimessen. Im vergangenen Jahr kam der 2009 gegründete Nahrungsmittelhersteller mit seinen rund 380 Mitarbeitern auf einen Umsatz von lediglich knapp 88 Millionen Dollar. Schwarze Zahlen schreibt Beyond Meat noch nicht: Unterm Strich musste das Team um Beyond-Meat-Gründer Ethan Brown 2018 noch einen Verlust von fast 30 Millionen Dollar ausweisen.

Fleischersatz für den US-Massenmarkt

Am ersten Handelstag an der Nasdaq entwickelte sich der Aktienkurs furios: Im Verlauf kletterte die junge Veganer-Aktie bis auf 64 Dollar. Zeitweise lag die Beyond-Meat-Aktie, die unter dem Nasdaq-Kürzel BYND gelistet wird, prozentual dreistellig im Plus. Einzelne Investoren nutzten den steilen Kursanstieg allerdings auch zu schnellen Gewinnmitnahmen: Vorübergehend musste das Papier sogar vom Handel ausgesetzt werden, weil der Kurs so stark schwankte.

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Gründer und Chef von Beyond Meat: Ethan Brown.

(Foto: © Beyond Meat)

Die Geschäftsidee von Beyond Meat klingt simpel, kann dabei aber an mehrere große Zeitgeisttrends zugleich anknüpfen. Die fleischlose Ernährung spricht tatsächlich nicht nur überzeugte Tierschützer an, sondern stellt auch der großen Masse preisbewusster Verbraucher gesundheitliche und ökologische Vorteile in Aussicht.

Im US-Markt etwa wirbt Beyond Meat mit positiven Auswirkungen der fleischlosen Ernährung auf das Krebsrisiko, den Klimawandel, die globale Ressourcenknappheit und die ethischen Aspekte der Tierhaltung. Sollte dem Anbieter veganer Würstchen im US-Markt der Durchbruch an der Fleischtheke gelingen, winken zudem handfeste unternehmerische Vorteile: Die Produktion von proteinreichen Agrarprodukten wie Erbsen ist deutlich billiger und weniger aufwändig als die Nutztierhaltung zur Fleischerzeugung.

Die "Ernährung der Zukunft"?

Früh stiegen einflussreiche Großinvestoren wie etwa Microsoft-Gründer Bill Gates oder der US-Nahrungsmittelriese Tyson Foods ein. Tyson Foods beliefert unter anderem auch Fast-Food-Riesen wie McDonald's und Burger King.

"Wir glauben daran, dass es einen besseren Weg gibt, den Planeten zu ernähren", heißt es auf den Internetseiten des jungen Unternehmens. "Unsere Mission ist es, eine proteinreiche Ernährung der Zukunft zu erschaffen, die auf einfachen pflanzenbasierten Zutaten beruht." Beyond Meat wirbt ausdrücklich damit, dass Produkte wie etwa der Burger-Pattie aus Fleischersatz nicht nur genauso aussehen wie echtes Rinderhackfleisch, sondern sich auch genauso verarbeiten lassen - angeblich ohne Abstriche beim Geschmack.

Im New Yorker Aktiengeschäft scheint das kalifornische Start-up mit diesem Ansatz gut anzukommen. Am Abend des großen Premierentags ging die Beyond-Meat-Aktie mit einem spektakulären Kursgewinn von rund 163 Prozent auf einem Niveau von 65,75 Dollar aus dem Handel.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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