Wirtschaft

Verstaatlichte Ölfelder Venezuela muss Ölkonzern Milliarden zahlen

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ConocoPhillips zog sich nach der Verstaatlichung der Ölindustrie aus Venzuela zurück (Symbolbild).

(Foto: REUTERS)

2007 verstaatlicht Venezuela unter Präsident Hugo Chávez die Ölindustrie des Landes. US-Unternehmen müssen ihre Anteile abgeben. Nun wird dem Ölriesen ConocoPhillips eine milliardenschwere Entschädigung zugesprochen.

Venezuela ist in einem jahrelangen Konflikt mit dem US-Konzern ConocoPhillips um verstaatlichte Ölfelder zu einer hohen Entschädigungszahlung angewiesen worden. Das Schiedsgericht der Weltbank ICSID sprach der Ölfirma 8,75 Milliarden US-Dollar (7,78 Mrd Euro) zu. Venezuela kann die Entscheidung aber anfechten.

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Bei dem seit über zehn Jahren andauernden Streit geht es um die Übernahme von Ölfeldern durch die Regierung von Venezuelas damaligem Staatschef Hugo Chávez. Das Internationale Zentrum für die Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID) der Weltbank hatte bereits 2013 entschieden, dass die Enteignung der Investitionen von ConocoPhillips in die Schwerölprojekte Hamaca und Petrozuata sowie das Offshore-Entwicklungsprojekt Corocoro gegen das Völkerrecht verstößt. 2015 blitzte Venezuela mit einem Revisionsantrag ab.

Nun ging es um die Höhe der Entschädigung. Deren Zeitpunkt und die Art der Zahlung müssen noch festgesetzt werden, wie ConocoPhillips mitteilte. "Wir begrüßen die Entscheidung des ICSID-Tribunals, die den Grundsatz aufrechterhält, dass Regierungen private Investitionen nicht rechtswidrig enteignen können, ohne Entschädigung zu zahlen", sagte Kelly B. Rose, Senior Vice President von ConocoPhillips.

Venezuelas Regierung hatte die Ölindustrie 2007 verstaatlicht und ausländische Firmen gezwungen, mindestens 60 Prozent ihres Geschäfts an die staatliche Gesellschaft PDVSA zu übertragen. ConocoPhillips zog sich daraufhin aus Venezuela zurück. Der US-Konzern hatte eigentlich eine noch deutlich höhere Entschädigung gefordert.

Im vergangenen August hatte ein anderes Schiedsgericht dem Konzern eine Entschädigung von rund 2 Milliarden Dollar von der staatseigenen venezolanischen Gesellschaft Petróleos de Venezuela SA (PDVSA) zugesprochen.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/DJ

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