Wirtschaft

BER ist "final gescheitert" Delius sieht das Kapitel so gut wie beendet

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Am BER läuft einfach gar nichts.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Urteil des Vorsitzenden des BER-Ausschusses Delius könnte kaum vernichtender sein: Die Flughafengesellschaft "ist hoffnungslos überfordert", "das Unternehmen kaputt". Delius fordert nicht nur einen radikalen Neuanfang, er denkt schon einen Schritt weiter.

Der Vorsitzende des BER-Untersuchungsausschusses, Martin Delius, hat einen radikalen Neuanfang am Pannen-Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) gefordert. "Das Projekt BER ist final gescheitert", sagte Delius dem Nachrichtenmagazin Focus. "Statt ständig teure Manager einzustellen und dann herauszuwerfen, müssen wir die Strukturen ändern."

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Martin Delius

(Foto: picture alliance / dpa)

Delius schlägt vor, die Flughafengesellschaft Berlin/Brandenburg (FBB) aufzuspalten, denn: "Die FBB ist mit dem Neubau hoffnungslos überfordert. Die Verantwortlichen haben den Überblick verloren, das Unternehmen ist kaputt". Von der Aufspaltung der FBB in eine Betreiber- und eine Projektgesellschaft verspricht er sich verlässlichere Informationen über den Fortgang der Baustelle und die Kosten.

Ohne BER wird es günstiger

"Wahrscheinlich kommt dann heraus, dass es aus Steuerzahlersicht günstiger ist, den Verkehr über Tegel, Schönefeld und Leipzig/Halle abzuwickeln", so Delius. "Und dann können wir das Kapitel BER einfach schließen."

Der BER befindet sich seit 2006 im Bau; die zunächst für Juni 2012 geplante Eröffnung scheiterte bislang an umfangreichen Bau- und Planungsmängeln. Gleichzeitig erhöhten sich die Kosten deutlich. Als neuer Eröffnungstermin ist das zweite Halbjahr 2017 anvisiert.

Zuletzt war dieser Termin aber wieder in Frage gestellt worden, weil die zuständige Bauaufsicht die Bauarbeiten in der BER-Haupthalle vorerst stoppte. Das Amt hat Sicherheitsbedenken, nachdem ein Statikbüro "erhebliche Lastüberschreitungen" in der Dachkonstruktion festgestellt habe. Dort installierte Rauchgasventilatoren wiegen vier anstatt der genehmigten zwei Tonnen.

Quelle: n-tv.de, ddi/DJ

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