Wirtschaft

Kauflaune trotz Konjunktursorgen Verbraucher überraschen Konsumforscher

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(Foto: imago/Arnulf Hettrich)

Weniger sparen, mehr kaufen: Nach dieser Devise starten viele deutsche Verbraucher ins neue Jahr und verblüffen damit Konsumforscher. Die GfK korrigiert ihr Barometer nach oben - auch wenn sich die Konjunkturaussichten weiter eintrüben.

Die Stimmungskurve der deutschen Verbraucher zeigt trotz wachsender Sorgen um die Konjunktur nach oben. Das Konsumklima-Barometer für Februar stieg überraschend um 0,3 auf 10,8 Punkte, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zu ihrer monatlichen Umfrage unter 2000 Verbrauchern mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Mai 2018. Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 10,3 von den ursprünglich berichteten 10,4 Punkten gerechnet.

"Steigende Einkommensaussichten und eine zunehmende Anschaffungsneigung sorgen dafür, dass das Konsumklima wieder zulegt", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Verstärkt werde dies durch eine sinkende Sparneigung. "Somit kann man den Start in das Konsumjahr 2019 als geglückt ansehen."

Aufgrund des guten Starts rechnet die GfK in diesem Jahr mit einem Zuwachs der privaten Konsumausgaben von real 1,5 Prozent. "Vor allem die erwartete positive Arbeitsmarktentwicklung in Verbindung mit positiven Einkommensaussichten werden die entscheidenden Stützen der Konsumkonjunktur sein", sagte Bürkl. Dies setze aber voraus, dass die Verunsicherung der deutschen Verbraucher nicht wesentlich zunehme. Eine Eskalation im Handelsstreit etwa wäre für die Exportnation Deutschland ein schlechtes Signal. "Sollte dadurch die Angst vor Jobverlust bei den Arbeitnehmern wieder zunehmen, würde das unmittelbar das Konsumklima belasten und die Prognose gefährden."

Die Verbraucher schätzen die Aussichten für die deutsche Wirtschaft so negativ ein wie seit zwei Jahren nicht mehr. Der Handelskonflikt zwischen den USA, China und der EU sowie die Hängepartie beim Brexit sorgen für schwindenden Optimismus. Vor allem die Exportentwicklung sei davon betroffen. Im Januar sei deshalb die Konjunkturerwartung um 3,4 Zähler auf 10,7 Punkte gesunken und habe damit bereits den vierten Rückgang in Folge verbucht. Ein niedrigerer Wert sei zuletzt mit 9,7 Punkten im Februar 2017 gemessen worden.

Im Gegensatz zur Konjunkturerwartung verbuchten die Einkommensaussichten laut den Angaben einen spürbaren Anstieg von 6,1 auf 59,9 Punkte. Ein besserer Wert sei mit 61,4 Zählern zuletzt im August 2017 erreicht worden. Damit koppele sich der Einkommensindikator weiter von den Konjunkturaussichten ab. Wenn man die anhaltend gute Lage auf dem Arbeitsmarkt berücksichtige, sei diese Entwicklung durchaus nachvollziehbar. Im Sog zunehmender Einkommenserwartungen habe auch der Index für die Anschaffungsneigung um 4,5 Zähler auf 57,6 Punkte gewonnen.

Quelle: n-tv.de, cri/rts/DJ

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