Wirtschaft

Betrogene Autokäufer Verbraucherschützer fordert Musterklage

679a3bb0a6a7c08d5cd091fce01a64e1.jpg

(Foto: dpa)

Den Schaden möglicher geheimer Absprachen zwischen den Autoherstellern haben Kunden und Zulieferer. Deutschlands oberster Verbraucherschützer fordert die Politik deshalb auf, per Gesetz eine Musterklage zu ermöglichen.

Der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Klaus Müller, rechnet wegen des möglichen Auto-Kartells mit einer Klagewelle. Er geht von Zehntausenden Verfahren aus, in denen Autokäufer Schadenersatz für überteuerte Fahrzeuge verlangen könnten. Wegen der im Raum stehenden Absprachen der Hersteller hätten viele Kunden einen "möglicherweise viel zu hohen Preis" für ihre Fahrzeuge gezahlt, sagte Deutschlands oberster Verbraucherschützer der "Süddeutschen Zeitung".

Müller wies auf die angeblichen Selbstanzeigen von Daimler und Volkswagen bei den Wettbewerbsbehörden hin, über die der "Spiegel" berichtet hatte. Darin sollen die beiden Konzerne schildern, wie sich Automanager von VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler jahrelang in geheimen Zirkeln über ihre Fahrzeuge, Kosten, Zulieferer und auch den Umgang mit dem Thema Diesel-Abgase abgesprochen haben. EU-Kommission und Bundeskartellamt prüfen, ob die Autohersteller gegen das Kartellverbot verstoßen haben. Es drohen Milliardenstrafen.

Die Branche, deren Vertreter zu den Vorwürfen bislang schweigen, steht bereits wegen der Abgasaffäre unter Druck. Die Verbraucherzentrale dringt nun darauf, per Gesetz eine Musterklage möglich zu machen, damit mutmaßlich betrogene Kunden nicht einzeln vor Gericht gehen müssen, sondern sich zusammentun können. Das gehöre zu den ersten Aufgaben der künftigen Regierung nach der Bundestagswahl im September, sagte Müller.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer von der CSU sowie Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries von der SPD forderten, die Vorwürfe schnell aufzuklären.

Quelle: ntv.de, nsc/dpa