Wirtschaft
"Endlich ein gutes Arbeitgeberangebot": Verdi fordert sechs Prozent mehr - oder mindestens 200 Euro mehr pro Monat für die 2,3 Millionen Beschäftigten.
"Endlich ein gutes Arbeitgeberangebot": Verdi fordert sechs Prozent mehr - oder mindestens 200 Euro mehr pro Monat für die 2,3 Millionen Beschäftigten.(Foto: dpa)
Donnerstag, 12. April 2018

Streiks im öffentlichen Dienst: Verdi-Aktionen treffen mehrere Städte

In weiten Teilen Deutschlands muss seit dem Morgen mit neuen Schwierigkeiten gerechnet werden: Kurz vor dem anstehenden Treffen mit Seehofer setzen die Gewerkschaften ihre Serie an Warnstreiks fort. Der Nahverkehr stockt, Kitas bleiben geschlossen.

Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben am Morgen unter anderem den Nahverkehr im Großraum Stuttgart weitgehend lahm gelegt. Bundesweit wollen sich erneut Zehntausende Beschäftigte bei Bund und Kommunen an den Streikaktionen der Gewerkschaft Verdi beteiligen, um ihren Forderungen nach einer höheren Bezahlung im öffentlichen Dienst Nachdruck zu verleihen.

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In Stuttgart - einem der Schwerpunkte der aktuellen Streikmaßnahmen - stehen seit Betriebsbeginn die Bahnen und Busse der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) still. Erst am Freitag sollte sich der Betrieb wieder normalisieren.

In Stuttgart fahre die S-Bahn zwar weiter planmäßig, hieß es. Es könnten aber keine weiteren Züge eingesetzt werden, da die Infrastruktur zu den Hauptverkehrszeiten bereits maximal ausgelastet sei, wie ein Sprecher erklärte. Auch in mehreren Städten in Niedersachsen soll der Nahverkehr bestreikt werden.

Warnstreiks auch in NRW und Hamburg

In zahlreichen Städten bleiben Kitas und öffentliche Einrichtungen sowie Stadtverwaltungen geschlossen. In Hamburg wollen zudem auch die Beschäftigten der Stadtreinigung streiken. In Essen sind die städtischen Entsorgungsbetriebe betroffen. Auch in Krankenhäusern waren Einschränkungen des Betriebs angekündigt.

Die Warnstreiks zielen auf die Tarifgespräche für die Beschäftigten von Bund und Kommunen. Die Verhandlungen der dritten - und möglicherweise entscheidenden - Tarifrunde beginnen an diesem Sonntag in Potsdam und sollen bis voraussichtlich Dienstag dauern. Als Verhandlungsführer des Bundes wird erstmals Innenminister Horst Seehofer bei den Tarifverhandlungen erwartet.

Sechs Prozent mehr Geld

Mit ihren Warnstreiks im Vorfeld der Gespräche wollen die Gewerkschaften den Druck erhöhen. "Wir liegen in den zentralen Punkten fundamental auseinander", sagte etwa Verdi-Chef Frank Bsirske. Ziel der Streikaktionen sei, "endlich ein gutes Arbeitgeberangebot" zu erreichen. Verdi fordert für die bundesweit 2,3 Millionen Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat.

Am Dienstag hatten die Warnstreiks im öffentlichen Dienst unter anderem auch den Flugverkehr an vier deutschen Verkehrsflughäfen durcheinandergewirbelt. Zahlreiche Flüge fielen aus oder konnten nur mit Verspätung starten, da unter anderem auch kommunale Angestellte der Flughafenfeuerwehr oder bei der Passagierabfertigung ihre Arbeit niedergelegt hatten.

Quelle: n-tv.de