Wirtschaft

80 Prozent in zehn JahrenVersicherer: Ersatzteile fürs Auto verteuern sich rasant

12.10.2026, 14:51 Uhr
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Die Preise für Ersatzteile steigen seit Jahren doppelt so schnell wie die Inflation. (Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Die Kosten in Autowerkstätten steigen. Und zu einem großen Teil liegt das an den Preisen für Ersatzteile. Ein Grund dafür ist eine Schutzklausel, die Hersteller vor Nachahmern schützen soll. Die Versicherungsbranche mahnt eine Reform an.

Ersatzteile für Autos sind nach einer Erhebung der Versicherungswirtschaft erneut deutlich teurer geworden. Zwischen August 2025 und 2026 stiegen die Preise um mehr als vier Prozent, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte. Seit 2016 hätten sich Ersatzteile im Schnitt um mehr als 80 Prozent verteuert, die Preise einzelner Teile wie hintere Seitenwände, Vordertüren oder Kofferraumklappen hätten sich nahezu verdoppelt.

Die Preise stiegen demnach deutlich schneller als die allgemeine Inflation. "Während die Inflationsrate in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt bei 2,8 Prozent pro Jahr lag, haben Ersatzteilpreise mit durchschnittlich 5,9 Prozent pro Jahr etwa doppelt so stark zugelegt", sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. 

Preisentwicklung von 20 verschiedenen Ersatzteilen

Der GDV hat nach eigenen Angaben die Preisentwicklung von 20 verschiedenen Ersatzteilen untersucht. Bei allen lag die jährliche Preisentwicklung demnach im Zehnjahrestrend über der Inflationsrate. Höhere Ersatzteilpreise führen dem GDV zufolge zu teureren Reparaturen und somit zu höheren Schadenkosten.

Als einen Grund für die hohen Ersatzteilpreise nennt der GDV den sogenannten Designschutz. Dieser erlaubt es etwa Autoherstellern, das äußere Erscheinungsbild ihrer Produkte vor Nachahmung zu schützen. Er umfasst nicht nur das Fahrzeug, sondern auch sichtbare Ersatzteile wie Türen, Kotflügel oder Außenspiegel - und hatte zur Folge, dass Ersatzteile teurer waren, weil unabhängige Hersteller keine optisch identischen Teile produzieren durften. Eine geplante Reform des Designrechts, die eine EU-Richtlinie in nationales Recht umsetzen wird, könnte den Wettbewerb stärken, heißt es beim GDV. 

Im Dezember 2023 hatten sich die EU-Staaten und das EU-Parlament darauf geeinigt, Ersatzteile vom Designschutz auszunehmen, um Verbrauchern günstigeren Zugang zu Reparaturteilen zu ermöglichen. Die Regelung gilt unter bestimmten Bedingungen: Die Ersatzteile dürfen nur für Reparaturzwecke konzipiert sein und müssen genau, wie das Originalteil aussehen. Als Beispiele wurden eine beschädigte Tür oder ein kaputtes Licht genannt.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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