Wirtschaft

Nach 17 Jahren Abstinenz Volkswagen kehrt in den Iran zurück

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Das VW-Modell Tiguan, hier im Volkswagenwerk in Wolfsburg, soll ab August im Iran erhältlich sein.

(Foto: picture alliance / Rainer Jensen)

Autobauer Volkswagen will nach fast zwei Jahrzehnten Abwesenheit die Marke VW im Iran neu etablieren. Ab August werden wieder die Modelle Tiguan und Passat in das Land exportiert. Andere westliche Autobauer waren jedoch schneller als die Wolfsburger.

Nach über 17 Jahren wagt sich die Marke Volkswagen wieder in den Iran. Der mit dem Unternehmen Mammut Khodro vereinbarte Vertrag sieht zunächst den Import der VW-Modelle Tiguan und Passat vor, wie die Wolfsburger mitteilten. Der Verkauf soll im August starten, die Fahrzeuge werden zunächst über acht Händlerbetriebe mit Schwerpunkt im Raum Teheran vertrieben.

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Eine eigene Produktion im Iran sei nicht geplant, sagte ein VW-Sprecher. Ziel sei es, "signifikante Stückzahlen" zu erreichen, Details zu den geplanten Absatzzahlen wurden nicht genannt. VW will den Angaben zufolge die Marke neu im Iran etablieren, die schon in den 1950er Jahren mit dem Käfer im Straßenbild präsent gewesen sei. In den 1990er Jahren schließlich war es der VW Golf. Im Jahr 2000 zog sich Volkswagen aus dem Iran zurück.

VW ist mit der Rückkehr in den Iran nicht allein: Der französische Autobauer PSA mit den Marken Peugeot und Citroën sowie Renault gehörte zu den ersten Herstellern, die nach dem Fall der Sanktionen ihr Geschäft dort forcierten. Auch angesichts des nachlassenden Wachstums in China müssen die Hersteller ohnehin neue Märkte erschließen.

"Erfolg hängt am Wirtschaftswachstum"

"Wir stärken damit einmal mehr unsere internationale Präsenz", sagte Anders Sundt Jensen, Projektleiter für den Markt Iran bei Volkswagen. Man wolle nun die aktuellen Marktbedürfnisse kennenlernen und die Marke Volkswagen neu im Iran etablieren. Der Erfolg am iranischen Markt hänge stark davon ab, ob das erwartete Wirtschaftswachstum komme - und ob die Öffnung gelinge, urteilte der Branchenexperte Stefan Bratzel vom Institut CAM-Center in Bergisch-Gladbach.

Mittel- bis langfristig erwarte die iranische Regierung einen Auto-Gesamtmarkt von drei Millionen Neuzulassungen pro Jahr. Mammut Khodro ist bereits Importeur der VW-Lkw-Tochter Scania. Auch Daimler arbeitet mit der 1995 gegründeten Mammut-Gruppe zusammen, die für die Stuttgarter den Vertrieb von Lkw der Marke Fuso übernimmt.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa/rts

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