Wirtschaft

Keine Manipulation bei Euro-6 Volkswagen weist Medienbericht zurück

98243534.jpg

Bei älteren Diesel-Fahrzeugen konnte VW eine Manipulation nachgewiesen werden.

(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)

VW-Dokumente belegen, dass auch Diesel-Fahrzeuge der neuen Abgasnorm 6 eine Software zur Prüfstandserkennung enthalten. Ein Sender schlussfolgert daraus, dass das Unternehmen auch bei neueren Modell schummelt. Der Konzern dementiert diese Interpretation.

Volkswagen ist neuen Vorwürfen zur Manipulation von Dieselabgaben entgegengetreten. Der Konzern wies einen Medienbericht zurück, wonach auch neuere VW-Dieselmotoren mit einer illegalen Abschalt-Software ausgestattet worden sind. Ein VW-Sprecher erklärte, kein Fahrzeug mit dem Dieselmotor EA288 nach Abgasstandard Euro-6 - dem Nachfolgemodell des im Zentrum des Diesel-Skandals stehenden Motors EA189 - enthalte eine sogenannte Zykluserkennung.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 169,34

Damit ist gemeint, dass ein Fahrzeug das Abgas nur auf dem Prüfstand vorschriftsgemäß reinigt, auf der Straße aber nicht. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte, das Kraftfahrtbundesamt habe bei eigenen Untersuchungen des Motors im Jahr 2016 keine unzulässigen Abschalteinrichtungen gefunden. Das Ressort von Verkehrsminister Andreas Scheuer in Berlin teilte mit: "Unzulässige Abschalteinrichtungen konnten nicht festgestellt werden - auch nicht in Gestalt einer unzulässigen Zykluserkennung."

Der Sender SWR hatte unter Berufung auf ihm vorliegende interne VW-Dokumente von Ende 2015 berichtet, auch VW-Diesel der neuen Abgasnorm 6 enthielten eine Software zur Prüfstandserkennung. Dabei zitiert der Sender aus einer technischen Beschreibung des Dieselmotors EA288, in der von der "Nutzung und Erkennung" des neuen EU-Abgastests die Rede ist, "um die Umschaltung der Rohemissionsbedatung streckengesteuert auszulösen."

Der SWR schlussfolgert, es handele sich um die gleiche Abgasmanipulation, die VW im September 2015 zugab. Der VW-Sprecher erklärte hingegen, Prüfstands- oder Zykluserkennung seien nicht automatisch eine Manipulation. Es sei notwendig, dass das Fahrzeug erkenne, wenn es auf einem Prüfstand betrieben werde, damit etwa kein Schleuderschutz irrtümlich ausgelöst wird.

Die VW-Aktien hatten zu Handelsbeginn Kursverluste verbucht, die Händler mit dem Medienbericht begründeten. Im weiteren Verlauf waren sie aber ins Plus gedreht.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts/dpa

Mehr zum Thema