Wall Street legt deutlich zuUS-Anleger setzen auf baldiges Kriegsende

Donald Trump scheint den Iran-Krieg bald beenden zu wollen, die Wall Street nimmt die Nachricht freudig auf. Nach der jüngsten Talfahrt machen die US-Börsen wieder einen großen Satz nach oben.
Die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Kriegs und überraschend starke US-Konjunkturdaten haben die Wall Street am Dienstag nach oben getrieben. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewann 2,5 Prozent auf 46.342 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 3,8 Prozent auf 21.591 Zähler vor und der breit gefasste S&P 500 legte 2,9 Prozent auf 6529 Stellen zu.
Auf Monatssicht fiel der S&P um 5,1 Prozent, der Nasdaq um 4,75 Prozent und der Dow um 5,4 Prozent. Für den Dow endete damit eine Serie von zehn Monatsgewinnen in Folge. Im Quartal zeigten sich größere Unterschiede: Der S&P fiel 4,6 Prozent und der Dow 3,6 Prozent, der Nasdaq dagegen 7,1 Prozent.
Das "Wall Street Journal" hatte US-Präsident Donald Trump in der Nacht mit der Aussage zitiert, er sei bereit, die Militärkampagne gegen den Iran zu beenden. "Die Bewegung am Aktienmarkt spiegelt wider, was Händler sehen und hören wollen: einen einzigen, knappen Satz, der signalisiert, dass sich der Konflikt schnell und unkompliziert eindämmen lässt", sagte Mark Malek, Chefanleger bei Siebert Financial.
Die Wiedereröffnung der für Öltransporte wichtigen Straße von Hormus will Trump jedoch verschieben. Die Ölpreise, die nach Trumps jüngsten Aussagen zeitweise nachgegeben hatten, zeigten sich uneinheitlich. Nordseeöl Brent legte um 4,9 Prozent zu, während US-Leichtöl WTI um 0,9 Prozent fiel.
Die hohen Energiekosten seien vor allem für den Technologiesektor problematisch, weil sich dadurch unter anderem der milliardenschwere Ausbau von KI-Rechenzentren verteuere, sagte Jochen Stanzl von der Consorsbank. Zusätzlich wachse die Sorge vor einer möglichen Heliumknappheit, die die Lieferketten in dieser Branche empfindlich treffen könnte. "Sollte die Straße von Hormus in den kommenden ein bis zwei Wochen geschlossen bleiben, würden wir in unseren Szenarioanalysen die Wahrscheinlichkeit einer Rezession erhöhen", sagte Colin Graham, Chefstratege beim Vermögensverwalter Robeco.
Das Verbrauchervertrauen in den USA hellte sich dennoch im März überraschend auf. Das Barometer für die Konsumlaune stieg um 0,6 Punkte auf 91,8 Zähler, wie das Conference Board mitteilte. Ökonomen hatten nur einen Index von 88,0 Punkten erwartet. Allerdings wurde das Barometer für Februar leicht nach unten revidiert - von 91,2 auf 91,0. "Äußerungen zu Preisen deuten allerdings darauf hin, dass die Lebenshaltungskosten für die Verbraucher weiterhin ganz oben auf der Agenda standen", sagte Dana Peterson, Chefökonomin des Conference Board.
Zugleich ist in den USA zuletzt weniger Personal nachgefragt worden. Die Zahl der offenen Stellen fiel im Februar auf 6,88 Millionen, wie das US-Arbeitsministerium zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte. Für diesen unter dem Kürzel "Jolts" bekannten Bericht hatten Experten nur einen leichten Rückgang auf 6,92 Millionen erwartet, von 6,95 Millionen im Januar.
Unilever-Fusion sorgt für Verunsicherung
Bei den Einzelwerten rutschten die Titel von McCormick um 6,1 Prozent ab. Der Konsumgüterkonzern Unilever spaltet sein Lebensmittelgeschäft ab und schmiedet mit dem US-Gewürzhersteller einen 65 Milliarden Dollar schweren Branchenriesen. "Wir sind skeptisch, was die kulturelle Passung bei einer Kombination eines markenorientierten Geschäfts wie dem von Unilever mit dem Gewürz- und Aromengeschäft von McCormick betrifft", schrieben die Experten der Royal Bank of Canada.
Microsoft legten um 3,1 Prozent zu, der Technologieriese will zwischen 2026 und 2028 mehr als 1 Milliarde Dollar in Cloud- und KI-Infrastruktur in Thailand investieren.
Marvell sprangen um fast 13 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen eine Partnerschaft mit Nvidia bekanntgegeben hatte. Nvidia investiert überdies in das Halbleiterunternehmen, die Aktie schloss 5,6 Prozent höher.
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