Wirtschaft

Zwischen Fed und Ukraine-Krieg Wall Street setzt Erholung fort

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Dass die Ölpreise den starken Anstieg vorerst nicht fortsetzten, sorgte für Erleichterung an den US-Börsen.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Nach der Pause am Vortag schwenkt die Wall Street wieder auf den Erholungskurs ein. Die Aussicht auf einen vielleicht steiler als bisher erwarteten Zinserhöhungskurs der Fed treibt Finanzwerte an. Erfreuliche Geschäftszahlen von Nike sorgen für gute Laune.

Mit Aufschlägen hat die Wall Street den Handel beendet. Die Aussagen von US-Notenbankpräsident Jerome Powell vom Vortag, der die Möglichkeit höherer Zinsschritte ins Spiel gebracht hatte, seien nach den leichten Abgaben vom Vortag kein größerer Belastungsfaktor mehr gewesen, hieß es. Dagegen standen weiter die Schlagzeilen um den Ukraine-Krieg im Fokus. Der Dow-Jones-Index erhöhte sich um 0,7 Prozent auf 34.807 Punkte. Für den S&P-500 ging es um 1,1 Prozent nach oben und der Nasdaq-Composite gewann 2,0 Prozent.

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"Die Botschaft, die von der Fed-Sitzung in der vergangenen Woche ausging, ist, dass die Fed die Geldpolitik straffen wird, aber die US-Wirtschaft robust genug ist, um das zu verkraften", sagte Huw Roberts, Leiter der Analyseabteilung bei Quant Insight. "Der Aktienmarkt hat sich entschieden, den Teil der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit zu betonen." Die große Variable sei jetzt das Wirtschaftswachstum.

"Die Fed sieht kaum eine andere Möglichkeit, als die Inflation durch stärkere Zinserhöhungen zu bekämpfen, wenn der Preisdruck weiter zunimmt", so Susannah Streeter, Analystin beim Broker Hargreaves Lansdown. "Und es gibt kaum Anzeichen für eine größere Erleichterung, der Ölpreis ist in den vergangenen Tagen weiter gestiegen."

Im Ukraine-Krieg gingen die Kämpfe unvermindert weiter. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den russischen Staatschef Wladimir Putin erneut zu direkten Verhandlungen aufgerufen. Er sei bereit, auch über den Status der von Russland annektierten Krim und der Separatisten-Gebiete im Donbass zu sprechen, sagte Selenskyj am Montagabend in einem Interview. Der Westen will nach Angaben der US-Regierung zudem am Donnerstag neue Sanktionen gegen Russland verhängen. Zugleich sollten bereits bestehende Sanktionen verschärft werden.

Anleihe-Renditen ziehen weiter an

Der Dollar zeigte sich wenig verändert. Devisenanalyst Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank wies darauf hin, dass der Geldmarkt für 2024 wieder sinkende US-Zinsen erwartet. Der Devisenmarkt bleibe skeptisch und leite aus den jüngst falkenhaften Signalen der US-Notenbank keine neue Dollar-Stärke ab.

Rohöl (Brent)
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Die Ölpreise blieben weiter volatil. Nach den kräftigen Gewinnen am Montag ging es für Brent und WTI leicht nach unten. Marktteilnehmer sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem es an den vergangenen drei Handelstagen um 18 Prozent nach oben gegangen war. Weiterhin dominierten die Entwicklungen im Ukraine-Krieg, hieß es. So wird in Europa weiter die Diskussion um ein Energie-Embargo gegen Russland geführt.

Am Anleihemarkt stiegen die Renditen erneut, nachdem sie mit den Aussagen des Fed-Präsidenten am Vortag bereits kräftig nach oben auf den höchsten Stand seit Mai 2019 geklettert waren. Die Rendite zehnjähriger Papiere erhöhte sich um 8,9 Basispunkte auf 2,38 Prozent.

Nike übertrifft Erwartungen

Der Goldpreis gab nach. Belastend wirkten die deutlich gestiegenen Marktzinsen, die Gold als zinslose Anlage unattraktiver machen.

Nike
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Vor dem Hintergrund weiter steigender Renditen und der Aussicht auf aggressivere Erhöhungen der Zinsen in den USA zeigten sich die Bankenwerte mit Gewinnen. Der Sektor im S&P-500 legte um 2,5 Prozent zu.

Nike rückten um 2,2 Prozent vor. Der Sportartikel-Hersteller hat im dritten Geschäftsquartal bei Umsatz und Gewinn die Markterwartungen übertroffen. Qualcomm (+1,3 Prozent) nimmt 100 Millionen Dollar in die Hand, um in Unternehmen zu investieren, die neue Technologien für das Metaversum entwickeln - eine virtuelle Welt, in der Menschen interagieren, arbeiten und einkaufen können.

Okta verloren 1,8 Prozent. Eine Hackergruppe hatte über einen Angriff auf das Unternehmen berichtet. Okta teilte jedoch mit, dass eine vorläufige Untersuchung keine Beweise für laufende Hacker-Aktivitäten ergeben hat.

Quelle: ntv.de, chf/DJ

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