Wirtschaft

Dow Jones schließt im Minus Wall Street unbeeindruckt von Fed-Protokoll

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An den US-Börsen wurde das Fed-Protokoll leicht "taubenhaft" gelesen.

(Foto: AP)

Die Wall Street reagiert nur wenig auf das Protokoll der US-Notenbank und schließt schwächer. Neben der Fed-Ankündigung beschäftigen auch durchwachsene Zahlen aus dem Einzelhandel die Anleger. Die Kauflaune ist gedämpft.

Die Anleger an der Wall Street haben Gewinne mitgenommen. Im Blick standen Daten zum Einzelhandel und das Fed-Protokoll. Der Dow-Jones-Index ermäßigte sich um 0,5 Prozent auf 33.980 Punkte. Der S&P-500 verzeichnete ein Minus von 0,7 Prozent und der Nasdaq-Composite verlor 1,3 Prozent. Dabei standen den 683 (Dienstag: 1.675) Kursgewinnern 2.544 (1.530) -verlierer gegenüber. Den Handel unverändert schlossen 106 (138) Titel.

Das Fed-Protokoll wurde in einer unmittelbaren Reaktion leicht "taubenhaft" gelesen. Zwar sagten die Währungshüter, dass sie mit einer kontinuierlichen Erhöhung des Leitzinssatzes rechnen. Doch verwiesen sie auch darauf, dass eine Verlangsamung der Zinserhöhungen "zu einem bestimmten Zeitpunkt" angebracht sei. Die Aktienindizes gingen leicht nach oben, der Dollar gab etwas ab, doch dies war nicht von Dauer. Die Fed hatte bei dieser Sitzung die Zinsen das zweite Mal in Folge um 75 Basispunkte erhöht. Allerdings hat sich seit dem Protokoll der Preisauftrieb verlangsamt.

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Zweites Hauptthema waren durchwachsene Zahlen aus dem Einzelhandel, die die Kauflaune dämpften. Am Dienstag hatten überraschend gute Zweitquartalszahlen und ermutigende Ausblicke der Einzelhändler Walmart und Home Depot Befürchtungen zerstreut, dass die hohe Inflation die Konsumbereitschaft der Amerikaner beeinträchtigen könnte. Mit den Quartalsausweisen des Home-Depot-Wettbewerbers Lowe's und der Supermarktkette Target sind jedoch am heutigen Mittwoch neue Zweifel aufgekommen.

Einen Eindruck davon, wie es der Branche insgesamt geht, lieferten die Daten zu den Einzelhandelsumsätzen. Diese stagnierten im Juli auf Monatssicht. Volkswirte hatten prognostiziert, dass sich das Wachstum auf 0,1 Prozent von 1,0 Prozent im Juni verlangsamen würde. Ohne die Umsätze mit Kraftfahrzeugen wurde indessen ein Wachstum von 0,4 Prozent verzeichnet. Hier hatten die Ökonomen im Konsens mit unveränderten Umsätzen gerechnet. Die Lagerbestände stiegen derweil im Juni im erwarteten Rahmen.

Musk-Kommentar lässt United-Aktien steigen

Tesla
Tesla 272,60

Die Aktien von Target verloren 2,6 Prozent. Das Unternehmen musste im zweiten Quartal hohe Preisnachlässe gewähren, weshalb der Gewinn stärker als erwartet schrumpfte. Licht und Schatten enthält der Zahlenausweis von Lowe's (plus 0,6 Prozent). Die Baumarktkette verdiente im Quartal mehr als erwartet und ist nun zuversichtlich, beim Jahresgewinn das obere Ende der Prognosespanne zu erreichen. Beim Umsatz rechnet Lowe's jedoch nur mit dem unteren Ende, nachdem dieser im Quartal zurückging und die Erwartungen verfehlte.

Die Tesla-Aktie notierte 0,8 Prozent schwächer. Tesla-CEO Elon Musk hat wieder einmal mit einem Tweet Schlagzeilen gemacht: Dieses Mal kündigte er den Kauf des Fußballclubs Manchester United an, nur um einige Stunden später mitzuteilen, es habe sich um einen Scherz gehandelt. Das hielt die Anleger jedoch nicht davon ab, bei "ManUnited" zuzugreifen. Die Aktie stieg um 7 Prozent.

Anleiherenditen geben Teil ihrer Gewinne ab

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 87,73

Anleger stießen verstärkt Staatsanleihen ab, trotz der Verluste am Aktienmarkt. In der Folge zogen die Renditen deutlich an. Mit dem Fed-Protokoll gaben die Renditen einen Teil ihrer Gewinne ab, vor allem am kurzen Ende, das sensibler auf die Geldpolitik reagiert.

Der Dollar behauptete sich zum Euro auf dem am Vortag erreichten Niveau. Der Dollarindex legte um 0,1 Prozent zu. Gewinne wurden am Ölmarkt verzeichnet. Hier stützten die offiziellen Daten der Energy Information Administration zu den Rohöllagebeständen, die eine massive Abnahme ausgewiesen haben. Bereits am Vorabend hatte der Branchenverband API gesunkene Bestände gemeldet. Der Goldpreis gab deutlich nach. Steigende Anleiherenditen brachten Druck auf das Edelmetall.

Quelle: ntv.de, chf/DJ

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