Wirtschaft

Klimawandel setzt Winzern zuWeinlese in der Champagne beginnt so früh wie nie zuvor

17.08.2026, 15:53 Uhr
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Ein Winzer erhielt wegen stark sinkender Säurewerte seiner Trauben die Erlaubnis, bereits am 6. August mit der Lese zu beginnen. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Noch nie zuvor haben Winzer in der französischen Champagne so früh mit der Ernte beginnen müssen. Grund für die Entwicklung sind die extremen Hitze- und Dürreperioden in Europa. Langfristig könnten diese sogar den Charakter des Schaumweins verändern.

Die Weinlese in der französischen Champagne hat in diesem Jahr so früh begonnen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im frühen 20. Jahrhundert. Der Branchenverband CIVC zog den offiziellen Erntebeginn auf den 12. August vor – mehr als eine Woche früher als im Vorjahr. Ein Winzer erhielt wegen stark sinkender Säurewerte seiner Trauben die Erlaubnis, bereits am 6. August mit der Lese zu beginnen.

Grund für die Entwicklung sind die extremen Hitze- und Dürreperioden in Europa. Höhere Temperaturen beschleunigen die Reifung der Trauben und sorgen für einen steigenden Zuckergehalt. Dadurch wird es schwieriger, den typischen Geschmack und die Säure des Champagners zu bewahren.

Im Durchschnitt hätten sich die Erntetermine in den französischen Weinbaugebieten in den vergangenen 50 Jahren um etwa 21 Tage nach vorn verschoben, erklärte der Agrarklimatologe Serge Zaka. Neben der Hitze machen der Branche auch Ernteausfälle zu schaffen. Etwa 30 Prozent der diesjährigen Traubenernte seien durch Frühjahrsfrost vernichtet worden, teilte der CIVC mit. Zudem wiegen die Trauben wegen der Trockenheit teils deutlich weniger. Um die geringeren Erträge auszugleichen, greifen die Produzenten auf Reserveweine zurück.

Gleichzeitig zwingt der Klimawandel die Hersteller zur Suche nach neuen Wegen und eröffnet britischen Winzern neue Möglichkeiten. Einige renommierte französische Champagnerhäuser wie Taittinger und Pommery haben in Südengland investiert. Dort ähneln die kalkhaltigen Böden und die moderateren Temperaturen den Bedingungen, die noch vor einigen Jahrzehnten in der Champagne herrschten. Langfristig dürfte sich auch der Charakter des Schaumweins verändern: Der Champagner könnte künftig schwerer werden und mehr Alkohol enthalten, sagte der Winzer Denis Velut. 

Quelle: ntv.de, jki/rts

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