Wirtschaft

"Blutiger Preiskampf" erwartet Wie Chinas Autohändler um Käufer werben

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Laut Toyota würden die Verkäufe im Mai gegenüber dem Vormonat um voraussichtlich zehn Prozent zulegen. (Symbolbild)

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Corona-Pandemie und Handelsstreitigkeiten mit den USA haben Chinas Autobranche massiv zugesetzt. Um die Nachfrage nach Neuwagen wieder anzukurbeln, setzen die Händler derzeit auf kreative Werbegeschenke. Doch Experten warnen vor einem Strohfeuer.

Mit großzügigen Werbegeschenken versuchen die Autohändler in China nach dem Shutdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Kunden zum Kauf eines Neuwagens zu bewegen. Als Lockmittel bieten sie potenziellen Käufern Preisnachlässe, bis zu zehn kostenlose Ölwechsel oder Prepaid-Benzinkarten. Cui Peng, ein Verkaufsleiter von Geely in der östlichen Stadt Hangzhou, sagte, dadurch sei der Absatz seiner Händler im April gegenüber März um 30 Prozent gestiegen. Er hoffe auf einen weiteren Zuwachs im Mai von 25 Prozent.

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Marketingmanager Chen Xiaotian von Toyota sagte gegenüber Reuters, in der nahe gelegenen Stadt Ningbo sei bei einem Händler auch dank des Angebots von zehn kostenlosen Ölwechseln der Fahrzeugabsatz im April auf Vor-Corona-Niveau zurückgekehrt. Die Verkäufe im Mai würden voraussichtlich gegenüber dem Vormonat um zehn Prozent zulegen. Reuters erfuhr zudem durch Abfragen bei Dutzenden Autohändlern auf dem weltgrößten Automarkt, dass die meisten Verkäufe im April gegenüber März zweistellig stiegen und für Mai ein Plus von zehn Prozent erwartet wird.

"Mangel an Kundennachfrage"

Doch Anlass zur Euphorie gibt es wohl eher nicht: Die angekrubelte Nachfrage könnte sich als Strohfeuer entpuppen und schon Ende Mai wieder nachlassen, da die Pandemie die Weltwirtschaft, einschließlich Chinas Exporte, weiterhin in Mitleidenschaft zieht. Zudem wird ein aufflammender Preiskampf erwartet.

Feng Xingya, Manager des staatlichen Autoherstellers GAC, der Partnerschaften mit Toyota und Honda Motor unterhält, glaubt, dass ein "blutiger Preiskampf" bevorsteht. "Wenn bei einer Belebung der Produktion nicht viel Nachfrage besteht, wird der Preiswettbewerb sicher zunehmen", hatte er im April auf einer Investorenkonferenz erklärt. "Das Anbieten von Geschenken und Cashbacks deutet auf einen Mangel an erheblicher Kundennachfrage hin", sagte auch Alan Kang, Analyst von LMC Automotive.

Die Autobranche in China hatte im April mit einem Plus von 4,4 Prozent den ersten Absatzanstieg seit zwei Jahren verbucht. Seit längerem ächzt die Branche unter den Handelsstreitigkeiten mit den USA.

Quelle: ntv.de, lri/rts